Big Science Fiction – Kernfusion und Popkultur in den USA

Die Kernfusion, die in Wasserstoffbomben seit 1954 auf zerstörerische Weise gelingt, zur Stromerzeugung nutzbar zu machen, ist eines der ambitioniertesten Großforschungsprojekte seit dem Manhattan-Projekt. Ihre Geschichte als Zukunftstechnologie im Spiegel öffentlicher Darstellungen illustriert das wechselvolle Verhältnis der amerikanischen Gesellschaft zu den Zielen und der Richtung technologischer Entwicklung. Simon Märkl macht deutlich, dass die Kernfusion als Gegenstand medialer und kultureller Auseinandersetzung dabei zu allen Zeiten nicht nur eine neue Möglichkeit umweltfreundlicher Energieversorgung, sondern immer auch Mittel zur Propagierung politischer Werte und Vorstellungen war.

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2019-12-05, 226 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4948-2

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Simon Märkl

Simon Märkl, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Frage nach den Möglichkeiten, dem Sinn oder Unsinn der Kernfusion für unsere Zukunft stellt sich heute noch wie vor 70 Jahren. Doch die gesellschaftlichen Bedingungen und Bedarfe haben sich radikal geändert. Die historische Analyse der Probleme und Zukunftserwartungen, mit denen die Erforschung dieser Technologie während des Kalten Kriegs begründet und popularisiert wurde, kann helfen, die gegenwärtige Debatte besser zu verstehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Für Laien von außerhalb der Kernfusionsforschung gibt es keine Möglichkeit die Chancen und Risiken der Technologie objektiv zu beurteilen. Die Öffentlichkeit muss den beteiligten Experten vertrauen, die ihrerseits auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Die prägende Rolle, die Massenmedien und Popkultur für die gesellschaftliche und letztlich politische Meinungsbildung zur Wissenschaft und Technik der Kernfusion haben, wird in diesem Buch erstmals näher betrachtet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Bedeutung gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und ihrer medialen Darstellung als ›sociotechnical imaginaries‹ für die Richtung technologischer Entwicklung wird in den Science and Technology Studies vermehrt gewürdigt. Hinzu kommt jüngst ein gesteigertes, auch geisteswissenschaftliches Interesse am Umgang mit Energie. Die Kernfusion als kontroverse ›Technikzukunft‹ mit langer Geschichte eignet sich in besonderem Maße, die verschiedenen Perspektiven in historische Zusammenhänge einzuordnen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Elon Musk – vor allem im Hinblick auf die Macht technologischer Zukunftsvisionen, ihre Kontrolle und damit verbundene Verantwortung. Er ist ein Meister im Schüren großer Erwartungen und prägt mit der medialen Inszenierung seiner Versprechen unsere Gegenwart weit stärker als mit seinen tatsächlichen Produkten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es ist die Geschichte vom öffentlichen Umgang mit einer Zukunftstechnologie im Kalten Krieg – zwischen Wissenschaft, Politik und Propaganda.

Autor_in(nen)
Simon Märkl
Buchtitel
Big Science Fiction – Kernfusion und Popkultur in den USA
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
226
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 14 SW-Abbildungen, 7 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4948-2
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJK HBTB TBX
BISAC-Code
HIS036000 HIS054000 TEC056000
THEMA-Code
NHK NHTB TBX
Erscheinungsdatum
2019-12-05
Auflage
1
Themen
Popkultur, Technik, Amerika, Kulturgeschichte
Adressaten
Zeitgeschichte, Amerikanistik, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Soziologie, Science and Technology Studies sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Kernenergie, Kultur, Kernfusion, Diskurs, Big Science, Atomzeitalter, USA, Zukunftstechnologie, Atomenergie, Energieversorgung, Kulturgeschichte, Amerika, Technik, Amerikanische Geschichte, Technikgeschichte, Geschichtswissenschaft

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