Coolness

Zur Ästhetik einer kulturellen Strategie und Attitüde

Die bewusst arrangierte Kälte von Umgangsformen, Körperinszenierungen und Charakteren, aber auch von Bildern, Texten und Medien ist eine der wichtigsten Kulturtechniken der Moderne: Coolness.

Coolness kann einerseits als individuelle Verhaltensstrategie beschrieben werden, die durch eine Kontrolle der Affekte Macht und Stärke zu demonstrieren sucht. Als kulturelle Strategie verstanden, ist diese Attitüde andererseits eng mit dem Ästhetischen verbunden, wirkt aber auch in das Psycho-Soziale, Politische und Ökonomische hinein.

Der Schwerpunkt des Bandes zielt auf die visuellen Umsetzungen des Coolen in den Künsten und in der Populärkultur.

€25.80 *

2010-05-27, 246 pages
ISBN: 978-3-8376-1158-8

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1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Man könnte auch fragen, wozu die Welt die Coolness braucht! Wie unser Buch zeigt, handelt es sich keineswegs nur um ein willkürliches Modephänomen. Coolness bildet seit jeher eine Kulturtechnik, die nicht nur unseren Alltag bestimmt, sondern neben dem Politischen, Ökonomischen und Gesellschaftlichen auch die Künste in ihren unterschiedlichen Disziplinen von Literatur und Malerei bis zu Kino und Fotografie maßgeblich prägt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bislang war es unüblich, sich von wissenschaftlicher Seite solchen Verhaltensstrategien, Attitüden und Gefühlslagen zu widmen. Es fehlt ihnen gewissermaßen an Wahrheit und Vernunft, so dass sie nur als illegitimes ›Beiwerk‹ galten. Tatsächlich greift ein Phänomen wie die Coolness aber sehr viel weiter als man meint: Sie ist historisch wie aktuell nicht wegzudenken – ganz gleich, ob es sich um ›high‹ oder ›low arts‹ handelt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Coolness zielt auf eine Affektkontrolle, die nach außen hin Stärke demonstrieren soll. Die emotionale Kälte ist gespielt, hat aber Wirkung bzw. performative Qualitäten, die unsere Wirklichkeit verändern und herstellen. Dennoch würden wir nicht mehr von ›Maskerade‹ oder ›Spektakel‹ sprechen wie in der älteren Medientheorie. Denn das Spiel funktioniert nur, wenn die Selbstbeherrschung auch stattfindet. Die erzeugte Macht gelingt daher abseits der Institutionen, sie vermag sich auch subversiv durchzusetzen – obwohl es sich ›nur‹ um eine Inszenierung handelt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Heldinnen und Helden des Cool! Marlene Dietrich, James Dean usw. – denn die geheimen Funktionsweisen dieser Kulturtechnik kennen sie wohl am besten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Coolness als Kulturtechnik erzeugt Welten und Wirklichkeiten; die Inszenierungsstrategien werden als ästhetisch-visuelle Codes gelesen und interdisziplinär in den Künsten analysiert.

Book title
Coolness Zur Ästhetik einer kulturellen Strategie und Attitüde
Publisher
transcript Verlag
Pages
246
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1158-8
DOI
Commodity Group
1510
BIC-Code
JFC ACX
BISAC-Code
SOC022000 ART015110
THEMA-Code
JBCC AGA
Release date
2010-05-27
Edition
1
Topics
Kultur, Kunst
Readership
Kulturwissenschaften, Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft
Keywords/Tags
Aesthetics, Arts, Fashion Studies, Media, Culture, Cultural Studies, Art History of the 20th Century

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