Politische Ökologie

Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Heft 2/2009

Politische Ökologie begegnet uns überall. Ob im kleinen oder im großen Maßstab – bei Bio-Etiketten, Ökostrom und Energiesparlampen oder angesichts von Umweltverschmutzung, Naturkatastrophen und Renaissance der Atomenergie: Die ineinander verwobenen Verhältnisse von Mensch und Natur werden im Zuge des Klimawandels komplexer und problematischer. Vor diesem Hintergrund fragen die Beiträge des Hefts nach den kulturellen Widersprüchen und Potentialen des ökologischen Denkens und Handelns. Aus welcher Wissens- und Diskursgeschichte entstehen sie? Mit welchen Begriffen lassen sich die Paradoxien der politischen Ökologie fassen? Wie können Natur- und Kulturwissenschaften Szenarien entwickeln, welche auf die drängende Frage »Was tun?« Antworten geben?

Im Debattenteil befragen Soziologinnen, Kulturwissenschaftler und Wissenschaftshistoriker ausgehend von Bruno Latours Philosophie die Aktualität der Akteur-Netzwerk-Theorie.

U.a. mit Beiträgen von Claus Leggewie, Isabelle Stengers, Harald Welzer, Gesa Lindemann, Hans-Jörg Rheinberger, Erhard Schüttpelz und Urs Stäheli.

€8.50 *

2009-10-27, 158 pages
ISBN: 978-3-8376-1190-8

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Sebastian Gießmann, Universität Siegen, Deutschland

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Hartmut Böhme, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

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Christoph Wulf, Freie Universität Berlin, Deutschland

... mit Sebastian Gießmann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Allen reden vom Klimawandel, aber kaum jemand weiß das eigene Handeln richtig einzuschätzen. Und wer heute handeln will, muss ein höheres Maß an Reflexion und Weitsicht aufbringen. Die politische Ökologie liefert dafür keine Patentantworten, aber sie zeigt historische und zukünftige Szenarien, zu denen wir uns verhalten müssen. Wie wollen, wie können, wie sollen wir leben?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Unsere Autorinnen und Autoren zeigen eindrucksvoll, wie menschliche Kollektive ihre eigenen Geschicke über Zukunftskonstruktionen ihrer Umwelt gestalten. Zugleich sind diese Mensch/Umwelt-Verhältnisse durch komplexe historische Herkünfte und Zusammenhänge gekennzeichnet, seien dies Kolonialismus und Waldwirtschaft, die Genese des Ökosystem-Begriffs oder der Zusammenhang von Atomzeitalter und philosophischer Simulationstheorie.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Politisierung der Natur hat als gesellschaftliches und wissenschaftliches Problem seit den 1970er Jahren eine eigene diskursive Macht entwickelt. Die Differenz von Natur und Kultur ist dabei sehr fragwürdig geworden. Wir stellen dabei aus kulturtheoretischer Perspektive die oft vernachlässigte Grundsatzfrage: Wollen wir noch sagen, dass es schützenswerte ›Natur‹ gibt oder bekennen wir uns zu der Verantwortung, die aus der kulturellen Überformung aller Umwelten entsteht?

4. Mit wem würden Sie Ihr Heft am liebsten diskutieren?

Politisch: mit Joseph Beuys, Angela Merkel, Sigmar Gabriel, dem zukünftigen Umweltminister, grünen Think-Tanks, der Atomkraftlobby und der internationalen Klimadiplomatie. Wissenschaftlich: mit Bruno Latour, Anthony Giddens und – im Geistergespräch – mit Gregory Bateson und Niklas Luhmann.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Den Diskurs der politischen Ökologie zu analysieren heißt, politisch Ökologie zu machen.

Book title
Politische Ökologie Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Heft 2/2009
Publisher
transcript Verlag
Pages
158
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-1190-8
Commodity Group
3510
BIC-Code
JFC JPW RNT
BISAC-Code
SOC022000 POL003000 SOC026000
THEMA-Code
JB JPW RNT
Release date
2009-10-27
Edition
1
Topics
Kultur, Politik, Natur
Readership
Kulturwissenschaft, Soziologie, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Religionswissenschaft, Politikwissenschaft
Keywords/Tags
Politics, Nature, Culture, Cultural Studies, Civil Society, Environmental Sociology, Journal

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