Die Musealisierung der Migration

Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation

Die Musealisierung der Migration hat Konjunktur. Mit kritischem Blick untersucht dieses Buch nun erstmals Formen und Funktionen der verstärkten Repräsentation von Migration in Museen und Ausstellungen. Wie wird die multikulturelle Gesellschaft inszeniert? Welche Interessen und Konflikte treten dabei zutage? Was lässt sich aus Projekten in Übersee für Deutschland und Europa lernen? Mit der Diskussion solcher Fragen leistet die Studie, die sich gleichermaßen an Kulturwissenschaftler, Kulturpolitiker und Museumsmacher wendet, einen wichtigen Beitrag zur Debatte um Geschichtspolitik und Erinnerung in der Einwanderungsgesellschaft.

€34.80 *

2009-10-27, 408 pages
ISBN: 978-3-8376-1264-6

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Joachim Baur

Joachim Baur, Berlin, Deutschland

... mit Joachim Baur

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht. Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Die Musealisierung der Migration ist ein Symptom unserer Zeit. Wenn ein lange ignoriertes Thema, wie Aus- und Zuwanderung, allerorts mit Verve in Bastionen der Hochkultur drängt, dann ist das einen genaueren Blick wert. Man stößt dabei schnell auf kontroverse Debatten um Geschichtspolitik und kulturelle Anerkennung in der Einwanderungsgesellschaft und die Frage, ob Geschichte (noch) Verbindendes stiften kann oder soll und zu welchem Zweck. Das ist so spannend wie aktuell.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch argumentiert, dass das Migrationsmuseum eine Bühne darstellt, auf der nichts weniger als die ›imagined community‹ der Nation unter den Bedingungen multikultureller Gesellschaft inszeniert wird. Damit setzt es Impulse für die Diskussion um kulturelle Staatsbürgerschaft wie für die Fortentwicklung einer kritischen Museumswissenschaft. Und nebenbei bietet es eine Durchsicht etablierter Institutionen, vor allem in Übersee, die Museumspraktikern als Inspiration dienen kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mit Migration und Museum setzt das Buch zwei dynamische Forschungsfelder zueinander in Bezug. Theoretisch versiert und empirisch geerdet greift es in aktuelle Debatten um Repräsentation und Performanz, um Erinnerungskultur und ›heritage dissonance‹, sowie die Möglichkeiten und Widersprüche transnationaler Erinnerungsorte ein.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Kulturwissenschaftlern, Historikern und Ausstellungsmachern, mit Arjun Appadurai, Benedict Anderson und Ulrich Beck, mit Migrantinnen und Migranten in Deutschland und in Übersee. Mit all jenen, die Museen für verstaubt halten und jenen, die sich von ihnen Impulse für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen erwarten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die erste und bislang einzige Untersuchung eines Feldes, das für die Selbstverständigung und Kulturpolitik in der Einwanderungsgesellschaft zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird.

Reviewed in:

museum and society, 8/3 (2010), Robin Ostow
Memory Studies, 12 (2010), J. Olaf Kleist
Author(s)
Joachim Baur
Book title
Die Musealisierung der Migration Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation
Publisher
transcript Verlag
Pages
408
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1264-6
DOI
Commodity Group
1581
BIC-Code
GM JFFN
BISAC-Code
ART059000 SOC007000
THEMA-Code
GLZ JBFH
Release date
2009-10-27
Edition
1
Topics
Migration, Museum
Readership
Kulturwissenschaft, Geschichte, Museologie, Medienwissenschaft
Keywords/Tags
Museum, Migration, Museology, Museum Education, Interculturalism

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