Wertvolle Werke

Reputation im Literatursystem

Welche Bedeutung hat das Medium der Reputation für die Evolution literarischer Kommunikation? Eine Relektüre der wichtigsten literaturkritischen Zeitschriften aus Barock, Aufklärung und Romantik belegt, dass das Literatursystem beim Umschalten der Gesellschaft von Stratifikation auf funktionale Differenzierung aus internen Zwängen schrittweise dazu übergeht, auf den ebenso konfliktträchtigen wie gedächtnisbildenden Nebencode »wertvoll/wertlos« zurückzugreifen.

Dominic Berlemann bringt erstmals Niklas Luhmanns Systemtheorie in eine fruchtbare Synthese mit der Kapitaltheorie Pierre Bourdieus und ermöglicht so eine macht- und konflikttheoretische Öffnung der systemtheoretischen Literaturwissenschaft gegenüber Wertungs- und Statusfragen. – Ein Buch, das auch jenseits der Literatursoziologie wichtige Anregungen liefert.

€38.80 *

2011-02-02, 436 pages
ISBN: 978-3-8376-1636-1

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Dominic Berlemann

Dominic Berlemann, Studienrat für Deutsch und Englisch, Deutschland

... mit Dominic Berlemann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch handelt nicht von irgendwelchen Hirngespinsten, sondern von Phänomenen, denen man im Literaturbetrieb tagtäglich begegnet. Eine Literatur ohne auratisch aufgeladene Autorennamen, bissige Buchbesprechungen oder aufgeregte Feuilletondebatten lässt sich kaum vorstellen – und genau um diese Dinge geht es: vor dem Hintergrund eines strengen, aber undogmatischen Theorierahmens, der sich nicht mit den intuitiven Einsichten des gesunden Menschenverstandes allein zufriedengeben möchte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch versteht sich als erster Brückenschlag zwischen System- und Feldtheorie. Damit bringt es auf dem Gebiet der Literaturwissenschaft erstmals zwei Paradigmen miteinander ins Gespräch, die einander bislang fast vollständig ignoriert haben. Auch die Unterstellung, die Systemtheorie betreibe eine einseitige Homogenisierung des literarischen Prozesses auf Kosten einer Verschleierung von Machteffekten, wird im Rückgriff auf das innovative Konzept einer Nebencodierung des Literatursystems widerlegt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das im Buch entwickelte Modell literarischer Kommunikation berührt eine Reihe aktueller Forschungsfelder. So liefert es Antworten auf die Frage nach der Bedeutung von Autorschaft, Literaturkritik und dem Medium der Reputation, behandelt das Problem literarischer Autonomie und spart dabei weder die Konfliktdimension noch das ›social networking‹ aus. Überdies leistet das Buch einen wichtigen Grundlagenbeitrag zur Kanon- und Wertungsforschung sowie zum sozialen Gedächtnis des Literatursystems.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mich würde interessieren, wie Niklas Luhmann die Idee einer Zweitcodierung des modernen Literatursystems aufgenommen hätte. Mit Pierre Bourdieu hätte ich gerne darüber diskutiert, ob es meinem Buch gelungen ist, seine Vorbehalte gegenüber der Systemtheorie ein Stück weit zu relativieren. Leider leben beide ja nicht mehr, aber ich bin natürlich sehr gespannt auf die Reaktionen der ›scientific community‹ ganz allgemein.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Geliefert wird ein systemtheoretisches Modell literarischer Kommunikation, das die Genese von Autorenreputation als Ergebnis zirkulärer Prozesse entwirft.

Author(s)
Dominic Berlemann
Book title
Wertvolle Werke Reputation im Literatursystem
Publisher
transcript Verlag
Pages
436
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-1636-1
DOI
Commodity Group
1562
BIC-Code
DSB DSA JHBA
BISAC-Code
LIT000000 LIT006000 SOC026000
THEMA-Code
DSB DSA JHBA
Release date
2011-02-02
Edition
1
Topics
Gesellschaft, Literatur
Readership
Literaturwissenschaft und -soziologie, Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie
Keywords/Tags
Systems Theory, Literature, Society, General Literature Studies, Theory of Literature, Sociology of Culture, Literary Studies

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