Amerika als Argument

Die deutsche Amerika-Forschung im Vormärz und ihre politische Deutung in der Revolution von 1848/49

»Schauen Sie nach Amerika!« Der Verweis auf die USA hat von jeher rhetorisches Potenzial. Für die politischen Professoren in der Paulskirche zählte aber die wissenschaftliche Fundierung ihrer Argumentation. Während des Vormärz hatten sich viele von ihnen in staatswissenschaftlichen, juristischen und historischen Schriften mit dem amerikanischen System auseinandergesetzt. In der politischen Realität von 1848/49 griffen sie auf diese Studien zurück. Charlotte A. Lerg zeigt in ihrer Studie, dass es den Wissenschaftlern weniger um Nachahmung und Modellfunktion als um Argumentations- und Auslegungshilfe im eigenen Ringen mit Konzepten wie Föderalismus, Revolution, Republik und Freiheit ging.

€35.80 *

2011-08-29, 392 pages
ISBN: 978-3-8376-1670-5

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Charlotte A. Lerg

Charlotte A. Lerg, LMU München, Deutschland

... mit Charlotte A. Lerg

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es – in historischer Perspektive ebenso wie in der Gegenwart – wichtig ist, die Mechanismen zu verstehen, die greifen, wenn in politischen Debatten auf die Zustände anderer Länder verwiesen wird. Wenn es über Rethorik hinausgehen soll, stellt sich außerdem die Frage, welche Rolle der Wissenschaft dabei zukommen kann oder sogar muss.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die transnationalen Dimensionen und Verpflechtungen von Begriffsgeschichte und intellectual history bieteten sowohl inhaltlich als auch methodisch noch viel Potential. Ob es um das Verständnis von Revolution geht, um die Auslegung des Republikbegriffs oder um die Beschreibung föderativer Systeme. Gerade in diesem Kontext wird auch das Verhältnis von Wissenschaft und Politik immer wieder neu ausgelotet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Diskussionen zur (Be)deutung Amerikas für die deutsche Nationalversammlung standen bisher im Zeichen von Verfassungstransfer und punktueller Einflussforschung. Meine Fragestellung zielt auf die Umdeutung und Instrumentalisierung amerikanischer Verhältnisse in den wissenschaftlichen und politischen Diskursen zwischen Vormärz und Revolution. Der kreative, diskursive Prozess steht im Mittelpunkt, nicht das formaljuristische Ergebnis.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Alexis de Tocqueville.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die politischen Professoren der Paulskirche blickten nach Amerika, um in ihren Argumenten abstrakte Konzepte wie Freiheit, Republik, Revolution oder Föderalismus besser greifbar zu machen.

»A readable, comprehensive, and multifaceted analysis.«
Jasper M. Trautsch, Amerikastudien/American Studies, 58/1 (2013)
Author(s)
Charlotte A. Lerg
Book title
Amerika als Argument Die deutsche Amerika-Forschung im Vormärz und ihre politische Deutung in der Revolution von 1848/49
Publisher
transcript Verlag
Pages
392
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-1670-5
DOI
Commodity Group
1558
BIC-Code
HBJD PDX HBLL
BISAC-Code
HIS014000 SCI034000 HIS037060
THEMA-Code
NHD PDX
Release date
2011-08-29
Edition
1
Topics
Politik, Wissenschaft, Amerika
Readership
Neuere Geschichte, Politikwissenschaft, Amerikanistik, Philosophie, Soziologie
Keywords/Tags
History of Science, Politics, Science, America, German History, History of the 19th Century, History

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