Ordnungen des Verkehrs

Arbeit an der Moderne – deutsche und britische Verkehrsexpertise im 20. Jahrhundert

Verkehr ist mehr als nur eine Frage der Technik. Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts begriffen ihn Verkehrsexperten in Deutschland und Großbritannien vor allem auch als soziales Problem, das gelöst werden musste – und zugleich als Mittel, die gefährdete Gesellschaft zu regulieren.

Anette Schlimm analysiert die Ideen der Experten in Großbritannien und Deutschland als transnationales Vorhaben, mit wissenschaftlichen Methoden und organisatorischen Zugriffen die negativen Folgen der Moderne zu bekämpfen und die neuen Möglichkeiten gewinnbringend für die Gesellschaft als Ganzes nutzbar zu machen.

€35.80 *

2011-10-04, 366 pages
ISBN: 978-3-8376-1828-0

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Anette Schlimm

Anette Schlimm, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

... mit Anette Schlimm

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil mein Buch über das alltägliche Phänomen Verkehr die Geschichte des europäischen 20. Jahrhunderts neu zu entschlüsseln hilft. Weil mein Buch methodisch innovativ vorgeht, indem es einen vermeintlich ›natürlichen‹ Gegenstand dekonstruiert und so ein ganz fremdes Objekt freilegt. Und weil es darüber hinaus ein Vergnügen ist, es zu lesen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch unterwirft den Verkehr als gesellschaftliches Problem einer radikal historischen Perspektive und macht damit deutlich, warum Verkehr in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der Spielfelder einer neuen Handlungsrationalität, des Social Engineering, wurde. Experten versuchten auf unterschiedlichsten Ebenen, die fragwürdig gewordene soziale Ordnung mithilfe des Verkehrs neu zu stabilisieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Einige neuere Forschungen haben den Blick darauf gelenkt, dass im frühen 20. Jahrhundert die soziale Ordnung fragwürdig wurde. Über diese Prozesse kann die Moderne als Epoche besser gefasst werden als über Entwicklungslogiken und Zivilisationsbrüche. Die Formen der sozialen Steuerung, die in den beiden untersuchten Ländern entwickelt wurden, verdeutlichen zudem den Variantenreichtum der Hochmoderne.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all denjenigen, die sich vom Verkehr überraschen lassen wollen und Lust auf eine Fahrt durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts haben – und diesmal nicht auf den viel befahrenen, inzwischen reichlich bekannten Hauptstrecken. Mit all denjenigen, die die Moderne als Problem entdeckt haben. Und natürlich mit allen, die weiterhin glauben, Verkehr sei ein langweiliges Thema.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Verkehr war nicht die Summe aus Autobahnen und Güterzügen – Verkehr war soziale Ordnung und soziales Problem gleichermaßen.

Author(s)
Anette Schlimm
Book title
Ordnungen des Verkehrs Arbeit an der Moderne – deutsche und britische Verkehrsexpertise im 20. Jahrhundert
Publisher
transcript Verlag
Pages
366
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1828-0
DOI
Commodity Group
1558
BIC-Code
HBJD HBJD1 TBX
BISAC-Code
HIS014000 HIS015000 TEC056000
THEMA-Code
NHD TBX
Release date
2011-10-04
Edition
1
Topics
Gesellschaft, Technik
Readership
Geschichtswissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Soziologie, Kulturwissenschaft
Keywords/Tags
Space, Contemporary History, Society, Technology, German History, British History, History of Technology, History of the 20th Century, History

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