Bilder der Liebe

Liebe, Begehren und Geschlechterverhältnisse in der Kunst der Frühen Neuzeit

Der Liebesdiskurs der Frühen Neuzeit nimmt eine wichtige Position in zahlreichen literarischen und künstlerischen Werken ein. Dabei werden zentrale Fragestellungen der Gesellschaft verhandelt: das Verhältnis zwischen den Geschlechtern, zwischen Privatem und Öffentlichem und zwischen den gesellschaftlichen Institutionen. Für die vielfältigen Liebesmodelle – wie zum Beispiel Ehe, Konkubinat und homoerotische Beziehungen – lassen sich differenzierte künstlerische Repräsentationsformen finden. Die Beiträge in diesem Band zeigen: Illegitimes Begehren wird mitunter in ambivalenten Ikonographien verborgen und kann zwischen mehreren Bedeutungshorizonten oszillieren.

€34.80 *

2012-09-18, 340 pages
ISBN: 978-3-8376-1869-3

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Doris Guth, Akademie der bildenden Künste Wien, Österreich

Elisabeth Priedl

Elisabeth Priedl, Akademie der bildenden Künste Wien, Österreich

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1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Kaum jemand weiß, dass Liebes- und Geschlechterdiskurse auch in der Frühen Neuzeit aufs engste miteinander verwoben waren, dass Bilder zur Brautwerbung kreuz und quer durch Europa geschickt wurden, dass ein und dasselbe Bild zwischen Homoerotik und heterosexuellen Eheversprechen changieren konnte, dass in den Sündenfall-Darstellungen Adam auch als zärtlicher Liebhaber gezeigt wurde, dass Kunstwerke als Geschenke erotisches Begehren ausdrücken konnten und somit verfänglich waren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Autoren/-innen arbeiten interdisziplinär aus einer gender- bzw. queertheoretischen Perspektive. Liebe wird dabei als eine kulturelle Praxis verstanden, die von verschiedenen gesellschaftlichen Parametern bedingt wird. Neben hegemonialen Formen der heterosexuellen Liebe und ihrer visuellen Repräsentation stehen ebenso deviante Aspekte im Mittelpunkt des Bandes, wie z.B. Frauen als sprechende Subjekte im Liebesdiskurs sowie ›illegitime‹ Liebesverhältnisse und ihre bildlichen Verschlüsselungen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ›Liebe‹ wurde in den letzten Jahren verstärkt im Bereich der Kulturwissenschaften thematisiert. Dabei gibt es aus literaturwissenschaftlicher und historischer Sicht bereits länger eine intensive Auseinandersetzung aus gender- und queertheoretischer Perspektive. In der deutschsprachigen Kunstgeschichte gibt es aber erstaunlich wenige Analysen, die Kunstwerke unter diesen Aspekten behandeln. Diese Lücke schließt das Buch.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Studierenden aus unseren Seminaren zu diesen Themen, sowie mit Kollegen/-innen aus der Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften, Literaturwissenschaften und aus den Gender- und Queer-Studies.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›DIE Liebe‹ gibt es nicht, sondern nur sehr unterschiedliche Formen von Liebes- und Geschlechterverhältnissen.

Author(s)
Doris Guth / Elisabeth Priedl (Hg.)
Book title
Bilder der Liebe Liebe, Begehren und Geschlechterverhältnisse in der Kunst der Frühen Neuzeit
Publisher
transcript Verlag
Pages
340
Features
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-1869-3
DOI
Commodity Group
1582
BIC-Code
ACK ABA JFD
BISAC-Code
ART015070 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
AGA ABA JBCT
Release date
2012-09-18
Edition
1
Topics
Geschlecht, Bild, Kunst
Readership
Kunstgeschichte, Kulturwissenschaften, Gender Studies, Queer Studies, Literaturwissenschaften, Romanistik
Keywords/Tags
Gender, Gender Studies, Art History, Literature, Arts, Image, Medieval Art, Visual Studies, Fine Arts

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