Vergleich in der Weltgesellschaft

Zur Funktion nationaler Grenzen für die Globalisierung von Wissenschaft und Politik

In Niklas Luhmanns Weltgesellschaftstheorie hängt die Ausdehnung und Vernetzungsdichte der Funktionssysteme allein von der Verfügbarkeit und Leistungsstärke der Kommunikationstechnologien ab. Wie aber lässt sich verstehen, dass die Ausbreitung dieser Technologien im 19. und 20. Jahrhundert mit der Entstehung nationaler Grenzen korrelierte?

Philip Thelen untersucht empirisch und in historischer Perspektive die Funktion nationaler Grenzen im Prozess der Herausbildung der Weltgesellschaft. Sie besteht – so die neuartige These – in der Ermöglichung des Vergleichs.

€32.80 *

2011-10-28, 378 pages
ISBN: 978-3-8376-1913-3

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Philip Thelen

Philip Thelen, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Deutschland

... mit Philip Thelen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es hilft, die soziologische Systemtheorie für die Globalisierungsforschung fruchtbar zu machen. Für Niklas Luhmann ist das Bestehen der ›Weltgesellschaft‹ an relativ geringfügige Bedingungen geknüpft, nämlich an die Erreichbarkeit des gesamten Erdballs und an das Wissen darüber. Damit wird jedoch der komplexe Globalisierungsprozess auf die Entwicklung von Verkehrs- und Kommunikationstechnologie reduziert. Das Buch wirft hingegen mit Hilfe der Systemtheorie einen differenzierten Blick auf den Herausbildungsprozess der Weltgesellschaft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es befasst sich mit dem Konzept der Nation und mit nationalstaatlichen Grenzen. Die Nationalismusforschung hat die Entwicklung der Nation schon vielfach beschrieben und zu erklären versucht. Dieses Buch reiht sich hier nicht ein, sondern betrachtet die Nation in einer funktionalen Analyse. Ich frage darin, inwiefern die Entstehung nationaler Grenzen, also eine zur Globalisierung scheinbar gegenläufige Entwicklung, für die Herausbildung der Weltgesellschaft funktional sein konnte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der systemtheoretischen Forschung beginnt man neuerdings über Niklas Luhmanns Konzept der Weltgesellschaft als analytischer Kategorie hinaus auch den Herausbildungsprozess der Weltgesellschaft zu erforschen. Dazu gibt es bislang nur wenige Ansätze. Vor allem der aus dem Neo-Institutionalismus entlehnte Begriff des Vergleichs ist hier ein forschungsleitendes Konzept. Genau zu diesem, bislang noch sehr wenig erforschten Feld, leiste ich mit meinem Buch einen Beitrag.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es wäre bestimmt interessant, das Buch mit den Nationalisten des 19. Jahrhunderts zu diskutieren. Für sie wäre der funktionale Blick auf die Einheit der Nation sicherlich eine neue Perspektive.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein für die Systemtheorie relevantes, verständlich geschriebenes Buch, das auch für Leser aus benachbarten Disziplinen und für ein breiteres Publikum interessant ist.

Author(s)
Philip Thelen
Book title
Vergleich in der Weltgesellschaft Zur Funktion nationaler Grenzen für die Globalisierung von Wissenschaft und Politik
Publisher
transcript Verlag
Pages
378
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-1913-3
DOI
Commodity Group
1728
BIC-Code
JFFS JHBA
BISAC-Code
POL033000 SOC026000 POL010000
THEMA-Code
GTQ JHBA
Release date
2011-10-28
Edition
1
Topics
Globalisierung, Wissenschaft, Politik
Readership
Soziologie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Wissenschaftsforschung, Rechtswissenschaft
Keywords/Tags
Science, Politics, Globalization, Sociological Theory, Political Sociology, Sociology of Science, Sociology

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