Konsum und Nation

Zur Geschichte nationalisierender Inszenierungen in der Produktkommunikation

Ob durch Reiseführer, Whisky-Inserate oder »Buy-National«-Kampagnen: Über eine Vielzahl an Medien transportierte die Produktkommunikation im 19. und 20. Jahrhundert nationale Identifikationsangebote. Die von Unternehmen, Interessensverbänden oder staatlichen Organisationen initiierten nationalisierenden Konkurrenz- und Distinktionsstrategien wurden von Journalisten bzw. Massenmedien aufgegriffen und an die Konsumenten herangetragen – in Deutschland ebenso wie in Kanada oder China. Dieser Band erweitert den bislang auf die Konsumgeschichte einzelner Länder und Regionen konzentrierten Fokus zugunsten europäischer sowie globaler Muster und Vergleiche.

€31.80 *

2012-03-07, 308 pages
ISBN: 978-3-8376-1954-6

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1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ein Leben ohne das Kaufen und Gebrauchen von Produkten, die durch Marketing und Medien symbolisch aufgeladen sind, ist heute kaum vorstellbar. Die Nation wiederum ist seit gut 200 Jahren eines der erfolgreichsten Identitätsangebote, wenn Menschen sich für eine Großgemeinschaft deklarieren wollen oder sollen. Wie Inszenierungen des Konsums und der Nation interagiert haben, ist daher eine brisante Frage, zumal nationale Bezüge seit der globalen Wirtschaftskrise wieder Aufwind haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

›Konsum‹ wird meist mit weltweit gehandelten Markenartikeln, mit Schlagworten wie McDonaldisierung, Uniformierung oder Globalisierung assoziiert. Damit trägt er zur Deterritorialisierung gegenüber regionalen oder nationalen Loyalitäten bei. Gleichzeitig stützt sich im Alltag aber vielerorts die Imagination des Nationalen auf Inszenierungen des Konsums.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die historische Auseinandersetzung mit dem Konsumieren erlebt nun auch in den deutschsprachigen Ländern einen Boom. Die Verräumlichung konsumbezogener materieller, symbolischer und sozialer Ordnungen und insbesondere das Nationalisierungspotenzial des Konsums sind allerdings bis heute weniger gut erforscht. Das Buch stößt in diese Lücke vor und eröffnet eine komparative europäische und globale Perspektive.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten wäre uns eine Zeitmaschine, um mit den früheren Konsumenten und Konsumentinnen zu sprechen, denen etwa Whisky als Canada's Finest oder ein Kleinwagen als Verkörperung der Nation vorgesetzt wurde. Ansonsten suchen wir neben Historikerkollegen auch gerne interdisziplinär Gesprächspartner unter Konsumpsychologen, Marketingforschern, Kommunikationswissenschaftlern und Kulturanthropologen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band rekonstruiert, wie diverse Akteure im 20. Jahrhundert Konsumgüter nationalisiert und damit zugleich die Nation konsumierbar gemacht haben.

Book title
Konsum und Nation Zur Geschichte nationalisierender Inszenierungen in der Produktkommunikation
Publisher
transcript Verlag
Pages
308
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1954-6
DOI
Commodity Group
1559
BIC-Code
HBTB HBG HBLW
BISAC-Code
HIS054000 HIS037000 HIS037070
THEMA-Code
NHTB NHB
Release date
2012-03-07
Edition
1
Topics
Wirtschaft, Kulturgeschichte
Readership
Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Marketing
Keywords/Tags
Consumption, Society, Cultural History, Economy, Global History, History of the 20th Century, Economic History, History

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