Unreine Bilder

Zur medialen (Selbst-)Inszenierung von School Shootern

Wie lässt sich das Bild eines Massakers an das befriedete Bild einer Kleinstadtschule anschließen? Jenseits soziologischer und psychologischer Argumentationen stellt der School Shooter in medienwissenschaftlicher Perspektive ein Montageproblem dar.

André Grzeszyk entwickelt das Phänomen Amok als Frage zeitgenössischer Sichtbarkeitsverhältnisse und Bildökonomien. In historischer Perspektive zeigt er auf, wie sich ein Schüler in einen School Shooter verwandelt und welche entscheidende Rolle mediale Formen der (Selbst-)Inszenierung in diesem Prozess spielen. Das Buch bietet profunde Einblicke in ein hochkomplexes Phänomen an der Grenze zwischen Fiktion und Realität.

€34.80 *

2012-08-13, 438 pages
ISBN: 978-3-8376-1980-5

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André Grzeszyk

André Grzeszyk, Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

... mit André Grzeszyk

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ein Blick auf die Nachrichtenportale im Sommer 2012 zeigt die Aktualität des Themas und die Ratlosigkeit gegenüber den Fragen, die der Amok stellt. Das Buch greift also direkt auf eine Leerstelle des zeitgenössischen Wissens zu und hilft die Funktionsweisen zu verstehen, die hinter dem Phänomen stehen. Es denkt das ›Undenkbare‹ in der Logik der medialen Figurationen, die ›school shooter‹ und bestimmte Amokläufer überhaupt erst hervorbringen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es schließt die Lücke aktueller Diskussionen, in denen über die Funktion medialer Bilder bei ›school shootings‹ immer wieder spekuliert wird, ohne eine Systematik hervorzubringen. Der bild- und kunsttheoretische Ansatz umgeht die Holzwege, die etwa die empirische Soziologie immer wieder betritt. Es zeigt in der Analyse der Täterdiskurse, dass das Phänomen nicht an der Peripherie, sondern im Herzen heutiger Formen der Vergesellschaftung anzusiedeln ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Frage nach dem Verhältnis von medialen und sozialen Bildern, das für die heutige Gesellschaft besonders relevant ist, weil sie – man denke etwa an das Internet – ihre soziale Praxis mehr und mehr ins Mediale verschiebt. Anhand des Beispiels school shooter wird die Frage nach den Sichtbarkeitsverhältnissen gestellt, die fast jeden Aspekt zeitgenössischer und historischer Vergemeinschaftung betreffen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zum einen mit dem Musiker Marilyn Manson, der nach Columbine 1999 als Sündenbock für die Taten von Eric Harris und Dylan Klebold von den konservativen amerikanischen Medien gehetzt wurde. Im Anschluss hat er in verschiedenen Songs und Statements die wohl intelligentesten Aussagen zum Thema gemacht. Zum anderen mit den überlebenden Tätern wie James Holmes oder Anders Breivik.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine historische und medientheoretische Analyse des Phänomens Amok, die das Verhalten der ›school shooter‹ aus der Bildpraxis der westlichen Gesellschaften vor allem seit den 1960er Jahren entwickelt.

Author(s)
André Grzeszyk
Book title
Unreine Bilder Zur medialen (Selbst-)Inszenierung von School Shootern
Publisher
transcript Verlag
Pages
438
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-1980-5
DOI
Commodity Group
1744
BIC-Code
JFD ABA JFSP2
BISAC-Code
SOC052000 ART009000 SOC026000
THEMA-Code
JBCT ABA JBSP2
Release date
2012-08-13
Edition
1
Topics
Medien, Bild, Gewalt
Readership
Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Soziologie, Bildwissenschaft, Psychologie, Kulturwissenschaft, Politische Philosophie
Keywords/Tags
Media, Violence, Image, Media Aesthetics, Visual Studies, Youth, Digital Media, Media Studies

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