Schule, Stadtteil, Bildungschancen

Wie ethnische und soziale Segregation Schüler/-innen mit Migrationshintergrund benachteiligt

Die internationalen Schulleistungsstudien PISA und IGLU zeigen, dass Schüler_innen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt sind. Auf der Suche nach Erklärungen erschließt Christine Baur am Innenleben einer Schule in einem Berliner Kiez ein enges Geflecht sich gegenseitig beeinflussender Faktoren in Familie, Schule und Quartier, die zur Bildungsbenachteiligung führen, und fragt nach den bisher wenig erforschten Wirkungen sozialer und ethnischer Segregation an Berliner Schulen. Sie zeigt: Der Transfer US-amerikanischer und französischer Interventionsstrategien, die Segregation vermeiden und die Zusammensetzung der Schüler_innenschaft über die sozioökonomische Integration steuern, könnte eine mögliche Lösungsstrategie sein.

€31.80 *

2012-11-29, 244 pages
ISBN: 978-3-8376-2237-9

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Christine Baur

Christine Baur, Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Deutschland

... mit Christine Baur

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Mein Buch beschäftigt sich mit der Ungleichheit bei den Bildungschancen von Schülern/-innen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, damit einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema. Die mangelnde Integration der Jugendlichen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bedeutet nicht nur eine volkswirtschaftliche Problematik, sondern fordert eine Analyse der Entstehung von Benachteiligung heraus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt auf, dass die Entstehung von Bildungsbenachteiligung und lernmindernden schulischen Milieus sehr stark mit städtischen Wanderungs- und Segregationsprozessen zusammenhängt. Die Flucht der Mittelschicht aus sozial heterogenen Quartieren vor der Einschulung ihrer Kinder führt zur sozialen und ethnischen Entmischung von Schulen. Die Diskussion um Bildungschancen von Schülern/-innen mit Migrationshintergrund sollte daher Steuerungsmaßnahmen zur Verhinderung von ›Armutsschulen‹ mit einer sozial entmischten Schüler/innenschaft einbeziehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den erziehungswissenschaftlichen und bildungssoziologischen Erklärungsansätzen wurde auf Forschungslücken bei den bildungsbenachteiligenden außerschulischen Faktoren verwiesen. Für deren Untersuchung wurde aus stadtsoziologischen Studien die Analyse von Segregationsprozessen und der Wirkungen von Quartierseffekten herangezogen. In der Studie wird das Zusammenspiel der Einflüsse durch das Quartier, die Schule und soziale Herkunft nachgezeichnet und nach Lösungswegen gesucht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Bildungspolitikern/-innen, Kommunalpolitikern/-innen, Wissenschaftlern/-innen verschiedener Disziplinen, Pädagogen/-innen und Stadtplanern/-innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Bildungschancen von Schülern/-innen mit Migrationshintergrund werden durch ethnische und soziale Segregation in Schule und Quartier beeinflusst.

Author(s)
Christine Baur
Book title
Schule, Stadtteil, Bildungschancen Wie ethnische und soziale Segregation Schüler/-innen mit Migrationshintergrund benachteiligt
Publisher
transcript Verlag
Pages
244
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2237-9
DOI
Commodity Group
1729
BIC-Code
JNA JFFN
BISAC-Code
EDU040000 SOC026000 EDU036000 SOC007000
THEMA-Code
JNA JBFH
Release date
2012-11-29
Edition
1
Topics
Migration, Soziale Ungleichheit, Bildung
Readership
Erziehungswissenschaften, Stadtsoziologie, Bildungssoziologie, Bildungsforschung, aber auch Praktiker_innen der Bildungsverwaltung/-politik, Stadtentwicklung und Gewerkschaften ebenso wie Sozialarbeiter_innen und Lehrer_innen
Keywords/Tags
Education, Migration, Social Inequality, Sociology of Education, Educational Research, Social Pedagogy, Pedagogy

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