Komponieren im Kontext der Globalisierung

Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts

Interkulturelles Komponieren: Christian Utz diskutiert Konsequenzen und Schwierigkeiten der Reflexivität kultureller Globalisierung für die Kunstmusik im 20. und 21. Jahrhundert. Im Zentrum der Studien stehen musikalische Beziehungen, Interferenzen und Konflikte zwischen Ostasien und dem Westen. Musikalische Details werden vor dem Hintergrund zeithistorischer Entwicklungen, kulturpolitischer und -soziologischer Situationen in der Mehrschichtigkeit ihres Bedeutens interpretiert. Die sechs Kapitel entwickeln so auch systematische Perspektiven für eine global konzipierte Musikhistoriographie und kompositorische Praxis.

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2014-02-19, 438 pages
ISBN: 978-3-8376-2403-8

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Christian Utz

Christian Utz, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Österreich

... mit Christian Utz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Zunächst hoffe ich, dass mein Buch interessierten Lesern Informationen anbietet, die kaum anderswo in einer so kompakten Form zu finden sind: Informationen zu den vielfältigen Formen, in denen kulturell Heterogenes seit ca. 150 Jahren musikalisch produktiv (mitunter vielleicht auch ›destruktiv‹) werden konnte. Dabei beschränke ich mich nicht auf die trockene Bereitstellung von Fakten, sondern versuche, das Material stets auf Deutungen im Spannungsfeld globalisierter (Kunst-)Diskurse abzutasten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bruchlinien, Querbeziehungen, Abgründe zwischen nationalen Musikgeschichten seit dem 19. Jahrhundert sind im Zusammenwirken mit politisch-sozialen Prozessen eine Herausforderung für die Musikhistoriografie. Diese global zu konzipieren, setzt nicht zuletzt voraus, Protagonisten außerhalb der westlichen Welt ins Zentrum zu rücken und ihre Stimmen ernst zu nehmen, ohne dabei eine kritische Methodik aufzugeben. Konzeptionelle Überlegungen, aber auch konkrete Ansätze dazu stehen hier im Zentrum.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Musikwissenschaft dominieren heute – u.a. bedingt durch die Hinwendung zu Pop, Medien und Film – kulturwissenschaftliche, medientheoretische und soziologische Ansätze. Meine Untersuchungen integrieren zwar auch diese Perspektiven, fordern aber dabei die Auseinandersetzung mit Musik als konkretem klanglich-kulturellem Phänomen ein. In dieser Integration von kulturwissenschaftlichen und ›herkömmlichen‹ Methoden wie musikalischer Analyse mag man Aktualität sehen – oder auch etwas leicht Altmodisches.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vielleicht mit Edward Said, wenn er noch leben würde? Ich freue mich aber auf die hoffentlich tatsächlich noch stattfindenden Diskussionen mit Yuji Takahashi, Helmut Lachenmann, Nicholas Cook, Wolfgang Suppan und vielen anderen Kolleginnen und Kollegen, nicht zuletzt mit all denen, die im Vorwort genannt werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Globalisierungsprozesse in der neueren Kunstmusik von verschiedenen Polen aus lesen, um die musikalische Konstruktion von Identitäten zu begreifen.

Author(s)
Christian Utz
Book title
Komponieren im Kontext der Globalisierung Perspektiven für eine Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts
Publisher
transcript Verlag
Pages
438
Features
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2403-8
Commodity Group
1591
BIC-Code
AVA JFC
BISAC-Code
MUS020000 SOC022000
THEMA-Code
AVA JBCC
Release date
2014-02-19
Edition
1
Topics
Globalisierung, Musik
Readership
Musiktheorie, Musikanalyse, Musikwissenschaft, Kulturwissenschaften, Geschichtswissenschaften, Ostasienwissenschaften (Sinologie, Japanologie, Koreanologie)
Keywords/Tags
Globalization, Music, Musicology, Interculturalism, Cultural Studies, Cultural History

Musikbeispiele zum Buch

https://soundcloud.com/chr_utz

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