Abu Ghraib und die Folgen

Ein Skandal als ikonische Wende im Krieg gegen den Terror

Die Missbrauchsfälle im irakischen Abu-Ghraib-Gefängnis sorgten im Mai 2004 für weltweite Empörung. Diese Studie untersucht den amerikanischen Diskurs zu Abu Ghraib.

Sie bietet eine Interpretation der Skandalfotografien und eine umfangreiche Analyse von Presseartikeln und Fernsehtranskripten (2004-2009), die erstmals die Spätfolgen des Skandals für Politik, Recht, Kunst, Populärkultur und den Folterdiskurs aufdeckt. Werner Binder schließt damit nicht nur eine Forschungslücke zu Abu Ghraib, sondern liefert zugleich einen eigenständigen Beitrag zur kultursoziologischen Theoriebildung.

€46.99 *

2013-11-14, 548 pages
ISBN: 978-3-8376-2550-9

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Werner Binder

Werner Binder, Masaryk-Universität zu Brünn, Tschechien

... mit Werner Binder

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Eine gute Frage. Warum, fast zehn Jahre nach dem Skandal, jetzt noch ein Buch zu Abu Ghraib? Eine umfassende sozial- und kulturwissenschaftliche Untersuchung des Skandals war einfach überfällig, da in den bisherigen Debatten zu Abu Ghraib politisches Engagement, nicht aber analytische Schärfe dominierte – mit dem Effekt, dass die Spätfolgen des Skandal entweder unbeachtet geblieben sind oder aber aus politischen Gründen ›übersehen‹ wurden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Meine Studie wirft einen analytisch-distanzierten Blick auf das bekannte Phänomen ›Abu Ghraib‹, der neue Aspekte und überraschende Effekte des Skandals zu Tage fördert. Zudem wird in dem Buch ein neuartiger kultursoziologischer Zugang skizziert und empirisch erprobt. Dadurch wird erstmals eine ›Gesamtschau‹ des Skandals möglich, die Missbrauchsfälle, Skandalbilder und unterschiedlichste Diskursfelder zu einander in Beziehung setzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In ›Abu Ghraib‹ überkreuzen sich verschiedene Diskursstränge aktueller Forschungsdebatten, z.B. zur Macht öffentlicher Diskurse, zum iconic und performative turn, zur Gewalt- und Skandalforschung und nicht zuletzt zu Menschenwürde und Menschenrechten in Zeiten des Krieges gegen den Terror. Meine Studie bringt diese Diskurse in einen produktiven Dialog und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Forschungsdebatten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Senator John McCain, dem ich eine entscheidende Rolle im Abu-Ghraib-Diskurs zuschreibe, Susan Sontag, die leider kurz nach ihrer öffentlichen Intervention im Skandal verstorben ist, sowie Slavoj Zizek, den ich gerne von der Unplausibilität seiner These zu den Missbrauchsfällen als einer Initiation von irakischen Gefangenen in die amerikanische Kultur überzeugen würde.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Veröffentlichung der Bilder aus dem Abu-Ghraib-Gefängnis war nicht das Ende, aber der Anfang vom Ende im Krieg gegen den Terror.

Author(s)
Werner Binder
Book title
Abu Ghraib und die Folgen Ein Skandal als ikonische Wende im Krieg gegen den Terror
Publisher
transcript Verlag
Pages
548
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-2550-9
DOI
Commodity Group
1729
BIC-Code
JFC JFFE ABA JFD
BISAC-Code
SOC022000 SOC051000 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
JBCC JBFK ABA JBCT
Release date
2013-11-14
Edition
1
Topics
Bild, Gewalt
Readership
Soziologie und Politikwissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Bildwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit
Keywords/Tags
Culture, Media, Violence, Image, Sociology of Culture, Visual Studies, Sociology

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