Ethnographien der Sinne

Wahrnehmung und Methode in empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen

Die Rolle sinnlicher Wahrnehmung fand in der Alltagskulturforschung bisher wenig Beachtung. Dieser Band greift deshalb die Forderung nach einer Einbindung der Sinne in die ethnographische Forschungspraxis auf. Die versammelten Beiträge befragen sinnliche Wahrnehmung kritisch – sowohl hinsichtlich der Körperlichkeit von Alltagserfahrungen und resultierender Epistemologien als auch in Hinblick auf Konsequenzen ethnographischer Forschungsprozesse. Das Ausloten der Möglichkeiten und Grenzen sinnlicher Wahrnehmung erlaubt theoretisch-methodische Neukonzeptionen sowie ein konkretes Nachspüren von Feldern, die z.B. Räume, Medien oder Subjektkonstitutionen streifen.

Mit Beiträgen u.a. von Jochen Bonz, Simone Egger und Sarah Pink.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Danksagung

    Seiten 9 - 10
  4. Vorwort

    Seiten 11 - 12
  5. Einleitung

    Seiten 13 - 20
  6. Kulturanthropologie und Wahrnehmung. Zur Sinnlichkeit in Feld und Forschung

    Seiten 23 - 38
  7. Mediatisierte Sinne und die Eigensinnigkeit der Medien. Für eine medientheoretische Sensibilisierung der sinnlichen Ethnographie

    Seiten 39 - 56
  8. »Sound Culture«, »Acoustemology« oder »Klanganthropologie«? Sinnliche Ethnographie und Sound Studies

    Seiten 57 - 74
  9. Ess-Settings als Versammlungen der Sinne. Zum Problem der Greifbarkeit sinnlicher Wahrnehmung

    Seiten 75 - 90
  10. Framing and educating attention. A sensory apprenticeship in the context of domestic energy research

    Seiten 93 - 110
  11. Living fieldwork - Feeling hostess. Leibliche Wahrnehmung als Erkenntnisinstrument

    Seiten 111 - 126
  12. Das ?erlernte? Tasten der Lakandon Maya Zur Erfassung der Tortillazubereitung durch das Konzept skilled touch

    Seiten 127 - 142
  13. Die Reise ins Knie. Zum ethnographischen Umgang mit Grenzphänomenen im Kontext heterodoxer Heilweisen

    Seiten 143 - 158
  14. Von Sinn und Sinnlichkeit des Richtens. Ein historischer Blick auf Konzepte juristischer Urteilsfindung Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts

    Seiten 161 - 178
  15. Sinnliche Ethnographie an Tatorten. Überlegungen zur Ausstellungsanalyse in Gedenkstätten an historischen Orten nationalsozialistischer Verbrechen

    Seiten 179 - 194
  16. Himmlische Düfte - Höllischer Gestank Überlegungen zu einer Kulturgeschichte der Sinne am Beispiel des foetor judaicus im frühneuzeitlichen Spanien

    Seiten 195 - 212
  17. Doing sense with the senses. Knowledge circulation on themed walks and their ethnography

    Seiten 213 - 230
  18. Acid House als Grenze des praxeologischen Kulturverständnisses. Zum Realismus der sensuellen Ethnographie

    Seiten 233 - 250
  19. Emotionen/Körper/Sinne und der Fußballraum. Methodische Zugänge zu einer Fenerbahçe-Kneipe in Wien

    Seiten 251 - 268
  20. New York City ?Die Stadt spüren? als Zugang zum Feld

    Seiten 269 - 286
  21. Sustaining a dynamic pause. Serendipitous knowledge of an ensounded body

    Seiten 287 - 300
  22. (T)Raumerfahrungen des Körpers. Von Aktionsräumen und machtvollem Zeigen

    Seiten 301 - 316
  23. Autorinnen und Autoren

    Seiten 317 - 324
Mehr
€35.99 *

2014-11-13, 322 pages
ISBN: 978-3-8376-2755-8

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1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Volkskundlich-kulturanthropologische Perspektiven sind bekannt dafür, dass dem Alltäglichen in seiner besonderen, über das Individuum hinausragenden Bedeutung ein großer Stellenwert eingeräumt wird. Dieses Buch nimmt sich dies zu Herzen und macht das Alltäglichste überhaupt, das kaum Hinterfragte zum Thema: sinnliche Wahrnehmung und ihre kulturelle Bedeutung. Alltägliche Leiblichkeit wird zum Überraschungs- und letztlich zum Erkenntnismoment.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen wurden bislang Sinnlichkeit und Leiblichkeit der Alltagserfahrung meist vernachlässigt Mit diesem Buch sollen Einblicke in Dimensionen von Alltag und kulturanthropologischer Annäherung an diese Erfahrungen gewährt werden, die ob ihrer Selbstverständlichkeit bisher wenig Beachtung fanden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Dieses Buch greift im anglo-amerikanischen Raum bereits lang geführte Debatten auf und diskutiert sie (vorwiegend) unter den Vorzeichen der im deutschsprachigen Raum verbreiteten empirischen Kulturwissenschaften. Auf diese Weise kann sowohl eine Lücke geschlossen, als auch eine programmatische Sensory Ethnography kritisch in den Blick genommen werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit David Howes und Tim Ingold, am besten zur selben Zeit. Das könnte in eine hitzige Debatte ausarten, die jedoch umso erkenntnisreicher sein würde, da doch beide sehr konträre Standpunkte vertreten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Sammelband stellt eine kritische Auseinandersetzung mit sinnlicher Wahrnehmung im Alltag sowie in empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen dar.

Author(s)
Lydia Maria Arantes / Elisa Rieger (Hg.)
Book title
Ethnographien der Sinne Wahrnehmung und Methode in empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen
Publisher
transcript Verlag
Pages
322
Features
kart., z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-2755-8
DOI
Commodity Group
1753
BIC-Code
JHMC JFC
BISAC-Code
SOC002010 SOC022000
THEMA-Code
JHMC JBCC
Release date
2014-11-13
Edition
1
Topics
Kultur, Ästhetik
Readership
Cultural Anthropology, European Ethnology, Empirical Cultural Studies, Sociology, History
Keywords/Tags
Senses, Culture, Practices, Fieldwork, Cultural Anthropology, Ethnology, Cultural Theory, Cultural Studies

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