Zeitgeschichte des Selbst

Therapeutisierung – Politisierung – Emotionalisierung

Man selbst zu sein – das wurde um und nach 1968 zu einer immer schwierigeren Aufgabe. Die Beiträge des Bandes rekonstruieren markante Entwicklungen in der Zeitgeschichte des Selbst im Spannungsfeld der seit einem halben Jahrhundert laufenden Therapeutisierungs-, Politisierungs- und Emotionalisierungsprozesse und diskutieren in diesem Rahmen neue Perspektiven auf die Gesellschaftsgeschichte des deutschsprachigen Raumes.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Von der Gesellschaftsgeschichte zur Zeitgeschichte des Selbst - und zurück

    Seiten 7 - 30
  4. Auf dem Weg zu einer praxeologischen Analyse des Selbst

    Seiten 31 - 46
  5. Befreiung des Subjekts, Management des Selbst. Therapeutisierungsprozesse im deutschsprachigen Raum seit den 1960er Jahren

    Seiten 49 - 84
  6. Erziehung der Erzieher. Lehrer als problematische Subjekte zwischen Bildungsreform und antiautoritärer Pädagogik

    Seiten 85 - 112
  7. Führungsverhältnisse im Hungerstreik. Ein Kapitel zur Geschichte des westdeutschen Strafvollzugs (1973-1985)

    Seiten 113 - 146
  8. Laufen als Heilssuche? Körperliche Selbstfindung von den 1970er bis zu den 1990er Jahren in transatlantischer Perspektive

    Seiten 147 - 162
  9. Das Leben in Stasi-Akten. Pastoralmacht und Archivpraktiken zwischen 1950 und 2000

    Seiten 163 - 192
  10. Migration und das Ende des bürgerlichen Subjekts. Transformationen des Subjekts vom Gastarbeiterregime bis zum Diskurs des Illegalen

    Seiten 195 - 216
  11. Von der Befreiung der Frau zur Befreiung des Selbst. Eine kritische Analyse der Befreiungssemantik in der (Neuen) Frauenbewegung

    Seiten 217 - 238
  12. Anpassung: Disco und Jugendbeobachtung in Westdeutschland, 1975-1981

    Seiten 239 - 260
  13. ExpertInnen statt AktivistInnen: Der Entpolitisierungsdiskurs in der Aids-Arbeit der 1980er Jahre

    Seiten 261 - 278
  14. Die Konstruktion »demokratischer« Selbste in zwei exemplarischen Filmen über Neonazis

    Seiten 279 - 290
  15. Drogen, Selbst, Gefühl. Psychedelischer Drogenkonsum in der Bundesrepublik Deutschland um 1970

    Seiten 293 - 326
  16. Alterssex und die Kultur des Lebenslangen Lernens, 1960-2000

    Seiten 327 - 342
  17. Job Satisfaction statt Arbeitszufriedenheit: Gefühlswissen im arbeitswissenschaftliche Diskurs der 1970er Jahre

    Seiten 343 - 372
  18. Hormone und Self-Fashioning: Biomedizinische Deutungsmuster als Mittel der Selbstkonzeption alternder Frauen

    Seiten 373 - 390
  19. Autorinnen und Autoren

    Seiten 391 - 392
  20. Backmatter

    Seiten 393 - 394
Mehr
€34.99 *

2015-10-12, 394 pages
ISBN: 978-3-8376-3084-8

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1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Untersuchung von Subjektivierungsprozessen und Selbsttechniken hat in den vergangenen Jahren enormen Auftrieb erfahren. Gerade die Zeit seit den 1960er Jahren ist dabei in das Blickfeld geraten, da hier ein tiefgreifender Wandel zu beobachten ist. Die Beiträge des Bandes widmen sich verschiedenen Facetten der sich ändernden Selbstverhältnisse im deutschsprachigen Raum und stellen diese in Bezug zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Ergänzt werden sie um konzeptionelle Überlegungen und theoretisch-methodische Erwägungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet eine alternative Perspektive auf die Zeitgeschichte, indem sie das Selbst in den Mittelpunkt der historischen Analyse rückt. Im Unterschied zu manch anderen Studien zu Subjektivierungspraktiken und -prozessen favorisiert es eine gesellschaftsgeschichtliche Heuristik und sucht dezidiert Anschluss an Fragestellungen zur Zeitgeschichte des deutschsprachigen Raumes.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den aktuellen Debatten der Zeitgeschichte, die sich um die Erklärung des gesellschaftlichen Wandels drehen, ist das Selbst kaum anzutreffen und doch allgegenwärtig. Die nicht zu übersehenden Veränderungen in der Lebensführung und Menschenlenkung seit den 1960er Jahren werden entweder aus einem sozioökonomischen Strukturbruch abgeleitet oder man hält unbeirrt – mal affirmativ, mal kulturkritisch – am Individualisierungskonzept fest. Demgegenüber plädiert der Band für eine gründliche empirische Analyse von Selbst- und Fremdführungspraktiken, deren breite Kontextualisierung sowie eine konsequente Historisierung und Problematisierung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sicherlich wäre ein Gespräch mit dem vor einem Jahr verstorbenen Bielefelder Nestor der Gesellschaftsgeschichte Hans-Ulrich Wehler interessant gewesen. Ansonsten wünschen wir uns, mit dem Buch einen Dialog zwischen Zeitgeschichte und Geschichte des Selbst anzuregen, von dem in unseren Augen beide Seiten nur profitieren können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Zeitgeschichtliche Studien zur Ko-Konstitution von Selbst und Gesellschaft.

Author(s)
Pascal Eitler / Jens Elberfeld (Hg.)
Book title
Zeitgeschichte des Selbst Therapeutisierung – Politisierung – Emotionalisierung
Publisher
transcript Verlag
Pages
394
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3084-8
DOI
Commodity Group
1557
BIC-Code
HBLW3 JHB HBTB
BISAC-Code
HIS037070 SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
JHB NHTB
Release date
2015-10-12
Edition
1
Topics
Körper, Kulturgeschichte
Readership
Historiography, Sociology, Political Science, Anthropology
Keywords/Tags
Genealogy, Subject, Federal Republic of Germany, Therapy, Politics, Social History, Emotion, 1968, Cultural History, Body, Contemporary History, Gender History, History

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