Anerkennen als Erfahrungsprozess

Überlegungen zu einer pragmatistisch-kritischen Theorie

Wie erfährt man Anerkennung? Sebastian Bandelins an der Sozialphilosophie des Pragmatismus orientierte Weiterentwicklung einer kritischen Theorie der Anerkennung zeigt: Anerkennen ist nicht als Bestätigung vorgängiger Identitätsansprüche zu verstehen, sondern als ein sozialer Prozess, in dessen Verlauf sich bestimmte praktische Selbstverhältnisse realisieren – und sodann durch ihre sozialen Folgen in eine Krise geführt, vor diesem Hintergrund kritisch reflektiert und schließlich überwunden werden.

Der Begriff gelingender Anerkennung muss sich schließlich darauf beziehen, wie dieser Prozess der Erfahrung, in dem Selbstverständnisse und Handlungsformen hinterfragt und neu gebildet werden, in sinnvoller Weise organisiert werden kann.

€36.99 *

2015-05-26, 332 pages
ISBN: 978-3-8376-3131-9

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Sebastian Bandelin

Sebastian Bandelin, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

... mit Sebastian Bandelin

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Ich glaube, dass der Begriff der Anerkennung bzw. des Anerkennens insofern für unser Selbstverständnis zentral sein kann, als er soziale Voraussetzungen der individuellen Selbstbestimmung zu bestimmen und damit auch normative Grundlagen für die Kritik an konkreten sozialen Verhältnissen zu rechtfertigen sucht. Über ihn kann ein grundlegendes Verständnis dafür entwickelt werden, wie die sozialen Verhältnisse, in die die Individuen eingebunden sind, ihr jeweiliges Selbstverständnis prägen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Grunde ist es der Versuch, die Gegensätze und die mit ihnen einhergehenden Dilemmata zu überwinden, die sich gegenwärtig zwischen zwei unterschiedlichen Traditionen des anerkennungstheoretischen Denkens finden: Während die eine im Rückgang auf Hegel Anerkennung in erster Linie als Voraussetzung der individuellen Handlungsfähigkeit und der Selbstbestimmung fasst, sieht die andere unter Bezugnahme auf Rousseau in der Angewiesenheit des Einzelnen auf die Anerkennung Anderer schon eine problematische Asymmetrie und eine Form der Unterwerfung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Um einen Ansatz zu entwickeln, dem es gelingt, die interindividuellen Bedingungen der Selbstbestimmung zu bestimmen, ohne dabei den Zusammenhang zwischen bestehenden Macht- und Selbstverhältnissen auszublenden, habe ich versucht, die Entwicklung des Selbstverhältnisses sozialer Akteure in einem Erfahrungsprozess zu verorten, in dem sie vor dem Hintergrund praktischer Irritationen gezwungen sind, ihre eigenen bisher impliziten Handlungsvoraussetzungen zu explizieren und zu reflektieren. Dann muss es aber um die Bestimmung der Bedingungen gehen, unter denen ein solcher Reflexionsprozess vollzogen werden kann und das kreative Erschließen neuer Lösungswege möglich wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die an ihm interessiert sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Anerkennen bezeichnet in dem zu entwickelnden Ansatz also nicht einen Akt, in dem eine feststehende Identität bestätigt oder zugewiesen wird; der Begriff bezeichnet vielmehr den Prozess, in dem bisherige Selbstverhältnisse und institutionalisierte Normen reflektiert und reformuliert werden.

Author(s)
Sebastian Bandelin
Book title
Anerkennen als Erfahrungsprozess Überlegungen zu einer pragmatistisch-kritischen Theorie
Publisher
transcript Verlag
Pages
332
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3131-9
DOI
Commodity Group
1521
BIC-Code
HPS HPCF
BISAC-Code
PHI034000 PHI019000 PHI040000
THEMA-Code
QDTS QDHR
Release date
2015-05-26
Edition
1
Topics
Sozialität
Readership
Philosophy, Sociology
Keywords/Tags
Politics of Acknowledgment, Experience, Critical Theory, Axel Honneth, John Dewey, Social Relations, Social Philosophy, Political Philosophy, Philosophy

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