Geschlechterdiskurse um 1900

Literarische Identitätsentwürfe im Kontext deutsch-skandinavischer Raumproduktion

Die frühe Moderne gilt als eine Epoche sich dynamisierender Geschlechterbeziehungen. Skandinavien nimmt in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion für den deutschsprachigen Diskurs ein. Anhand von Romanen von Thomas Mann, Gabriele Reuter, Herman Bang und Toni Schwabe zeigt Jenny Bauer, dass die Diversität literarischer Identitätsentwürfe eng an die Produktion sozialer, nationaler und imaginärer Räume gebunden ist.

Diese verschiedenen Dimensionen des Raumes bilden das Kernstück von Henri Lefebvres Theorie, die hier erstmals zur Analyse literarischer Texte eingesetzt wird. In diesem Zusammenhang werden Korrelationen zwischen Lefebvres prozesshaftem Raumdenken und aktuellen Gender-Theorien sichtbar.

€39.99 *

2016-03-23, 314 pages
ISBN: 978-3-8376-3208-8

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Jenny Bauer

Jenny Bauer, TU Darmstadt, Deutschland

... mit Jenny Bauer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Unter Queer Studies verstehe ich eine auf Vielfalt ausgerichtete Untersuchungsperspektive. Verschiedene Formen von Gender-Identität werden häufig in Einzelstudien untersucht – dabei beziehen sich diese aufeinander bzw. werden in Abgrenzung zueinander entwickelt. Mein Buch bringt verschiedene Erzählformen des Ich zusammen und berücksichtigt dabei auch weniger bekannte, aber lesenswerte Romane der literarischen Moderne.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mit Lefebvres Theorie lässt sich Raum in neuen Zusammenhängen denken: Er ist gleichzeitig abstrakt und konkret, imaginiert und erlebt. Deswegen kommt literarischen Texten eine große Bedeutung bei der Konstruktion von Raum zu. Aber auch innerhalb der einzelnen Texte überlagern sich erdachte und gemachte Räume. Bei Herman Bang zum Beispiel wird die bedrückende Realität dänischer Nationalstaatlichkeit gegen das (rein musikalisch in Szene gesetzte) Traumbild einer Heimat im Norden ausgespielt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch bringt die Themenkomplexe ›Raum‹ und ›Geschlecht‹ zusammen. In Bezug auf den Spatial Turn ist die Fokussierung auf Henri Lefebvres Raumtheorie ein Novum, insbesondere im literaturwissenschaftlichen Kontext. Darüber hinaus gehe ich der Frage nach, welche Anschlussmöglichkeiten an diese Theorie sich aus Gender-Perspektive ergeben. Ich hoffe, dass dieses Vorgehen sich als aufschlussreich für beide Felder erweist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wenn Zeitreisen möglich wären: Mit den Autor*innen, deren Texte ich analysiert habe. Mit Vertreter*innen aus verschiedenen Lagern der Gender-Forschung. Mit ›Lefebvrianer*innen‹ und solchen, die es werden wollen. Und mit allen, die das Buch neugierig gemacht hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

In den Romanen Thomas Manns, Gabriele Reuters, Herman Bangs und Toni Schwabes wird Identität auf verschlungenen Pfaden ein zentraler Platz in der Erzählung eingeräumt.

Author(s)
Jenny Bauer
Book title
Geschlechterdiskurse um 1900 Literarische Identitätsentwürfe im Kontext deutsch-skandinavischer Raumproduktion
Publisher
transcript Verlag
Pages
314
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3208-8
DOI
Commodity Group
1562
BIC-Code
DSB JFSJ
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC032000
THEMA-Code
DSB JBSF
Release date
2016-03-23
Edition
1
Topics
Geschlecht, Raum, Literatur
Readership
Literary Studies, Comparative Literature, German Studies, Scandinavian Studies, Gender Studies, Queer Studies
Keywords/Tags
Early Modernism, Spatial Turn, Gender, Queer, Subject, Space, Culture, Henri Lefebvre, Thomas Mann, Gabriele Reuter, Herman Bang, Toni Schwabe, Literature, General Literature Studies, German Literature, Gender Studies, Literary Studies

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