Flüchtlinge: Opfer – Bedrohung – Helden

Zur politischen Imagination des Fremden

Wie die Macht der sprachlichen Bilder die gesellschaftspolitischen Debatten prägt, wird in der aktuellen Diskussion über die Flüchtenden, die Schutz in Europa suchen, so deutlich wie selten. Heidrun Friese geht den kontroversen gesellschaftlichen Imaginationen von den Geflüchteten nach: Die Figur des »Fremden« als Bedrohung artikuliert den Rassismus des Populismus und legitimiert Sicherheitspolitiken. Humanitäres, religiös-ethisches Handeln hingegen fasst Geflüchtete als Opfer, die der Hilfe bedürfen. In einer dritten Perspektive wird das Überschreiten von Grenzen zum heroischen Akt stilisiert und antikapitalistischen Kämpfen eingeschrieben.

Der Essay interveniert in diesen Schlüsseldiskurs der Einwanderungsgesellschaft und setzt diesen imaginierten Figuren des »Fremden«, die den Flüchtenden auf je verschiedene Weise eine eigene Subjektivität absprechen, ein anderes Bild entgegen.

€14.99 *

2017-08-14, 150 pages
ISBN: 978-3-8376-3263-7

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Heidrun Friese

Heidrun Friese, TU Chemnitz, Deutschland

... mit Heidrun Friese

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wenn wir von ›Flüchtenden‹ sprechen, haben wir immer schon ein Bild von ihnen. Wir meinen dann zu wissen, wer gemeint ist. Das Buch möchte deutlich machen, dass diese Bilder besondere Figuren schaffen, die ›Flüchtende‹ entweder als Feind, als Opfer oder als Held sehen. Wir müssen uns schon fragen, warum diese Bilder ständig geschaffen und reproduziert werden. Wir müssen uns fragen, warum wird damit ständig Differenz produziert und wir müssen fragen, welche Bedeutung haben diese Bilder dann auch für die Frage, wie wir miteinander leben wollen.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Der derzeitige Populismus, humanitäre Perspektiven und ein Teil des Aktivismus tragen diese machtvollen Bilder weiter und lassen sie zu einem Teil der derzeitigen politischen Auseinandersetzungen werden. Diese Bilder beanspruchen jeweils Deutungshoheit im politischen Raum und bestimmen dann auch die Politiken, die Mobilität regeln sollen.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wir sollten endlich darüber nachdenken, wie wir Andere sehen. Wir sollten darüber nachdenken, dass die Bilder vom Anderen Teil der medialen Aufmerksamkeitsökonomie geworden sind. Welchen Raum geben wir den Ankommenden, wenn sie immer nur Feinde, Opfer oder Helden sein dürfen? Welche Politiken werden dadurch jeweils legitimiert und suchen nach Zustimmung? Welche Stimme haben dann Flüchtende, mobile Menschen?

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Auch Wissenschaft hat Anteil an diesen Bildern, trägt diese weiter. Dennoch hat Wissenschaft die dringende Aufgabe, diese kritisch zu hinterfragen.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit denjenigen, die derzeitige Politiken verantworten. Aber auch mit Medienvertretern, die unsere Aufmerksamkeit brauchen und diese Bilder ständig neu schaffen und verstärken. Mit Künstlern und Aktivisten, die ebenfalls solche Bilder schaffen.

Author(s)
Heidrun Friese
Book title
Flüchtlinge: Opfer – Bedrohung – Helden Zur politischen Imagination des Fremden
Publisher
transcript Verlag
Pages
150
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3263-7
DOI
Commodity Group
1729
BIC-Code
JFFN JFC
BISAC-Code
SOC007000 SOC022000 SOC041000
THEMA-Code
JBFH JBCC
Release date
2017-08-14
Edition
1
Topics
Zeitdiagnose, Flucht, Europa, Migration
Readership
Cultural Studies, Cultural Sociology, Sociology of Migration, Philosophy, Postcolonial Studies, Media Studies and an interested general readership
Keywords/Tags
Mobility, Refugees, Hospitality, Media, Border-regime, Europe, Migration, Fleeing, Cultural Theory, Political Philosophy, Sociology

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