Autobiografietheorie in der Postmoderne

Subjektivität in Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Bernhard, Josef Winkler, Thomas Glavinic und Paul Auster

Die Autobiografie gerät durch die Erkenntnistheorie der Postmoderne unter Druck: Dass ein Text die Wirklichkeit wiedergeben kann, stellen Roland Barthes, Julia Kristeva, Hayden White oder Michel Foucault ebenso infrage wie die Existenz eines geschlossenen Subjekts, auf der die Gattung aufbaut.

Robert Walter-Jochum zeigt, dass die Theorie der Autobiografie unter den Vorzeichen des linguistic turn auf eine alternative Grundlage gestellt werden muss, die aber auch einen neuen Blick auf das Genre ermöglicht. Er geht der Herausbildung von Subjektivität in den Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Bernhard, Josef Winkler, Thomas Glavinic und Paul Auster nach.

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2016-01-26, 362 pages
ISBN: 978-3-8376-3339-9

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Robert Walter-Jochum

Robert Walter-Jochum, Freie Universität Berlin, Deutschland

... mit Robert Walter-Jochum

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Generationen von Studenten sind inzwischen mit der Vorstellung sozialisiert worden, dass es problematisch ist, direkt vom Text auf den Autor und sein Leben zu schließen. Da ist es erstaunlich, dass genau dies in der Autobiografietheorie immer noch passiert und kaum infrage gestellt wird. Mein Buch zeigt, was die Konsequenzen subjektkritischer Theorien für die Theorie der Autobiografie sind und was man daraus in der Textarbeit machen kann.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dass man über eine Autobiografie sprechen kann, ohne auf das Leben des Autors zu schauen. Dass Goethe eine Liebesaffäre aus der britischen Sentimental Novel abgekupfert hat. Dass Thomas Bernhard alles tut, um sein jugendliches Ich am Sprechen zu hindern. Dass Thomas Glavinic vielleicht ein hypochondrisches Genie, vielleicht aber auch ein minderbegabter Bestsellerautor ist. Dass Rousseau noch an die Beichte glaubt, Josef Winkler jedoch nicht, aber für beide der Sex wichtiger ist. Dass Paul Auster nur ein alter Mann vor einem weißen Blatt ist, der von seinen Romanfiguren heimgesucht wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch nimmt die zentrale Frage nach dem Subjekt in der Postmoderne auf und reflektiert, inwiefern dieser Begriff auch noch im Anschluss an subjektkritische Theorien des ›linguistic turn‹ sinnvoll sein kann. Ein wichtiges Ziel ist es, die Debatten in der Autobiografietheorie hiermit kurzzuschließen und zu zeigen, dass man aus Texten so Dinge herausholen kann, die einem verborgen bleiben, wenn man sie immer nur als Aussage über das Leben des Autors oder seine Selbstinszenierung liest.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit subjektkritischen Studierenden. Mit theorieaffinen Kolleginnen und philologisch ausgerichteten Kollegen. Mit selbstbewussten Autoren, die sich gegen ihr Verschwinden wehren wollen, und Dichterinnen, die schon immer davon genervt waren, dass jeder in ihrem Privatleben rumschnüffelt. Mit Roland Barthes und Michel Foucault (wird wohl nichts mehr), mit Julia Kristeva, Hayden White, Thomas Glavinic, Josef Winkler und Paul Auster. Und mit allen, die diese Bücher mögen und mehr von Autobiografien haben wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Buch, das die Autobiografietheorie in die postmoderne Gegenwart führt und in Textanalysen zeigt, warum sich das lohnt.

Book title
Autobiografietheorie in der Postmoderne Subjektivität in Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Bernhard, Josef Winkler, Thomas Glavinic und Paul Auster
Publisher
transcript Verlag
Pages
362
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3339-9
DOI
Commodity Group
1562
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 LIT004020
THEMA-Code
DSB
Release date
2016-01-26
Edition
1
Topics
Literatur
Readership
Literary Studies, Philosophy, Theory of Science, German Studies, English Studies
Keywords/Tags
Autobiographie, Postmodernism, Subjectivity, Intertextuality, Contemporary Literature, Subject, Literature, General Literature Studies, German Literature, American Studies, Philosophy of Culture, Literary Studies

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