Politikerinnen und ihr Griff zur Macht

Mediale Repräsentationen von SPD-Spitzenkandidatinnen bei Landtagswahlen

In der Optik der Medien sind Frauen als handlungsmächtige Akteurinnen in der Spitzenpolitik angekommen. Weiblich kodierte Eigenschaften werden dabei politisiert und als dem sprichwörtlichen politischen Alphamännchen überlegen inszeniert.

Dorothee Becks Analyse von SPD-Spitzenkandidatinnen bei elf Landtagswahlen im Verlauf von 18 Jahren, darunter die skandalisierte Hessen-Wahl mit Andrea Ypsilanti sowie die Ministerpräsidentinnen Hannelore Kraft und Heide Simonis, zeigt: Die Dichotomie der politischen Öffentlichkeit und der Privatsphäre in medialen Inszenierungen verändert sich kontextbezogen zu einem komplementären Verhältnis – die Darstellung hält jedoch allzu oft Geschlechterstereotypen aufrecht und bleibt traditionellen Metaphern verhaftet.

€34.99 *

2016-10-27, 288 pages
ISBN: 978-3-8376-3655-0

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Dorothee Beck

Dorothee Beck, freie Forscherin und Beraterin, Frankfurt, Deutschland

... mit Dorothee Beck

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Es gibt persönliche Gründe: Die diffamierende Medienkampagne gegen Andrea Ypsilanti als SPD-Spitzenkandidatin in Hessen 2008 hat mich als Journalistin entsetzt. Ich wollte das genauer untersuchen. Und es gibt gesellschaftspolitische Gründe: In einer Mediendemokratie hängt es zunehmend von medialen Inszenierungen ab, mit welchem Erfolg Politikerinnen Macht beanspruchen können. Die zugrunde liegenden Muster und Logiken zu verstehen ist ein Beitrag zu mehr Geschlechterdemokratie in der Politik.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In meiner Arbeit verknüpfe ich die Frage nach der sozialen Konstruktion von Geschlecht in politischen Medien mit der gesellschaftstheoretischen Frage nach Geschlechterverhältnissen in der politischen Öffentlichkeit. Dieser doppelte Blick eröffnet neue Perspektiven auf den Diskurs um die Dichotomie von privater und öffentlicher Sphäre. Mein Fazit ist, dass das Private sich zu einer Sphäre entwickelt, die – zumindest in politischen Medien – zunehmend komplementär zur Öffentlichkeit steht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Politikwissenschaft ist der Diskurs über die Konstruktion von Geschlecht im politischen Feld in der Forschung der 1990er Jahre stecken geblieben. Meine Arbeit versteht sich als Beitrag und Aufforderung zum Neuanfang: Sind Frauen tatsächlich noch so ›fremd‹ und defizitär im politischen Feld, wie damals beschrieben? Dazu habe ich einen interdisziplinären Zugriff gewählt, der aktuelle kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse in meine politikwissenschaftliche Fragestellung aufnimmt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich mit den sechs Kandidatinnen, deren mediale Inszenierungen ich untersucht habe. Mich würde interessieren, wie sie selbst ihr Medienbild wahrgenommen haben. Die Medienmacher_innen wären sicher streitbare Gesprächspartner_innen. Was sagen sie selbst zu den Inszenierungsmustern ihrer Arbeit, die ich beschreibe? Und schließlich freue ich mich auf den wissenschaftlichen Diskurs über mein Fazit über die komplementäre Funktion der Privatsphäre für die politische Öffentlichkeit.

5. Ihr Buch in einem Satz:

›Bleibt alles anders!‹ (Grönemeyer) In medialer Optik bleiben Frauen die Anderen in der Politik, aber sie sind ›anders anders‹, als vor 20 Jahren.

Author(s)
Dorothee Beck
Book title
Politikerinnen und ihr Griff zur Macht Mediale Repräsentationen von SPD-Spitzenkandidatinnen bei Landtagswahlen
Publisher
transcript Verlag
Pages
288
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3655-0
DOI
Commodity Group
1744
BIC-Code
JFD JFSJ JPH
BISAC-Code
SOC052000 SOC032000 POL016000
THEMA-Code
JBCT JBSF JPH
Release date
2016-10-27
Edition
1
Topics
Geschlecht, Medien, Politik
Readership
Political Science, Communication and Media Studies, as well as an interested general readership
Keywords/Tags
Media, Gender, Female Top Politicians, Public Sphere, Privacy, Political Public, Politics, Gender Stereotypes, Medial Production, Regional Elections, Media Aesthetics, Gender Studies, Sociology of Media, Media Studies

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