Deutsche Kolonialgeschichte(n)

Der Genozid in Namibia und die Geschichtsschreibung der DDR und BRD

Die Geschichte des kolonialen Namibias – und damit der Genozid an den Herero und Nama in den Jahren 1904 bis 1908 – avancierte in den letzten Jahren zum Politikum. Der Anerkennung des Genozids durch die Bundesregierung im Jahr 2016 gingen jahrzehntelange historiografische Kontroversen voraus, die jedoch bislang kaum Beachtung fanden. Christiane Bürger zeigt, wie der nach dem Zweiten Weltkrieg als weitestgehend verdrängt geltende koloniale Genozid in der DDR und BRD vor dem Hintergrund kolonialapologetischer Erzählungen der ersten Jahrhunderthälfte verhandelt wurde – und beleuchtet damit die Historiografie- und Wissensgeschichte der aktuellen Debatten.

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2017-03-14, 320 pages
ISBN: 978-3-8376-3768-7

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Christiane Bürger

Christiane Bürger, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

... mit Christiane Bürger

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Geschichte des kolonialen Namibias – und besonders der Genozid an den Herero und Nama – wird innerhalb der Geschichtswissenschaft intensiv diskutiert. Zudem ist das Thema politisch hoch aktuell und durchaus brisant, denn bislang ist noch nicht abschließend geklärt, welchen Platz der koloniale Genozid in der deutschen Erinnerungskultur einnimmt. Es fehlte jedoch bislang eine Studie, die diese Auseinandersetzungen historisch verortet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch beleuchtet erstmals die Verhandlung des kolonialen Namibias in der Historiografie und Erinnerungskultur der BRD und DDR. Ferner wird die deutsche Kolonialgeschichtsschreibung unter wissensgeschichtlicher und narratologischer Perspektive analysiert. Dieser Zugriff ermöglicht es, die Durchlässigkeit politischer und ideologischer Grenzen aufzuzeigen. Die Studie regt ferner dazu an, sich mit dem Konstruktionscharakter und den spezifischen Darstellungsformen und der deutschen Kolonialgeschichte zu befassen und leistet damit einen Beitrag zum Forschungsfeld der Postcolonial Studies.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die Beschäftigung mit dem kolonialen Genozid im heutigen Namibia eine geradezu katalytische Funktion für die Erforschung und Erinnerung an den deutschen Kolonialismus einnahm. Bis heute löst das Thema kontroverse Debatten aus – und zwar nicht nur innerhalb der Geschichtswissenschaft. Die Studie beleuchtet die Wissens- und Forschungsgeschichte dieser Diskurse und trägt hoffentlich dazu bei, der aktuellen Diskussion neue Impulse zu verleihen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Historikerinnen und Historikern, die über das koloniale Namibia forschen und schreiben. Aber auch mit all jenen, die sich mit der Frage befassen, wie Geschichte eigentlich »gemacht« wird.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Studie zeigt, wie der Genozid im kolonialen Namibia vor der Folie kolonialdiskursiver Darstellungskonventionen und erinnerungspolitischer Interessen verhandelt wurde.

Author(s)
Christiane Bürger
Book title
Deutsche Kolonialgeschichte(n) Der Genozid in Namibia und die Geschichtsschreibung der DDR und BRD
Publisher
transcript Verlag
Pages
320
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3768-7
DOI
Commodity Group
1557
BIC-Code
HBTQ PDX JFC
BISAC-Code
HIS037000 SCI034000 SOC022000
THEMA-Code
NHTQ PDX JBCC
Release date
2017-03-14
Edition
1
Topics
Wissenschaft, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur
Readership
History, Cultural Studies, Postcolonial Studies, Literary Studies, Genocide Research
Keywords/Tags
History of Knowledge, History of Colonialism, Namibia, Genocide, Historiography, GDR (East Germany), FRG (West Germany), Herero, Nama, German South-west Africa, 20th Century, Cultural History, Science, Memory Culture, History of Science, History

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