Verkörperte Heterotopien

Zur Materialität und [Un-]Ordnung ganz anderer Räume

Als gelebte, somatische Wirklichkeiten und Praxisformen bilden Heterotopien [un-]mögliche Orte der Auseinandersetzung. Die Beiträge des Bandes befragen diese ›ganz anderen Räume‹ auf ihre Materialität und [Un-]Ordnungen hin. Körperlichkeit bleibt dabei zentraler Bezugspunkt und bündelt die transdisziplinäre Auseinandersetzung mit (Selbst-)Realisierungen des bewegten, somatischen Subjekts sowie kollektiven oder institutionalisierten Praktiken. Durch verschiedene theoretische Perspektiven eröffnet sich ein Horizont, der lebendige Intensitäten und Handlungsfähigkeiten – genauso aber auch das Brüchige und Krisenhafte – umfasst.

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2017-12-19, 288 pages
ISBN: 978-3-8376-3873-8

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... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Foucaults Begriff der Heterotopien kommt immer wieder zum Einsatz, wenn es um die analytische Rahmung gesellschaftlich ›anderer‹ Räume geht. In diesem Band fokussieren wir das komplexe Ineinanderwirken von Körperlichkeit und (anderen) Räumen. Dabei betrachten wir Körper und (ihre) Materialität als ›bewegte Körper‹, untersuchen gesellschaftliche Körper-Ordnungen Momente des Aufbrechens dieser Ordnungen, Momente der Umgestaltung – durch die Auseinandersetzung mit ›dem Anderen‹, oder mit dem, was an den Grenzen des Akzeptablen geschieht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet ihr Buch?

Das Buch nimmt den ›body turn‹ in den Wissenschaften auf und zeigt in differenzierten Betrachtungen die Materialität von Körpern auch in ihrem eigensinnigen, kritischen Potenzial. Die Beiträge arbeiten die stets vorhandene körperliche Dimension von Heterotopien auf auch überraschende Weise heraus, beispielsweise über die Thematisierung von anonymen Bestattungen oder die Körper von Selbstmordattentäter_innen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Heterotopien werden mit der jüngeren Debatte um Materialität(en) verknüpft, aber auch mit den vielfältigen Thematisierungen im Bereich einer gender-, diversitäts- und diskriminierungssensiblen Wissenschaft. Die Möglichkeit eines Aufscheinens ›anderer Räume‹ ist gerade für diesen Bereich der Forschung und Theoriebildung ebenso wie für die bewegungspolitische Praxis von zentraler Bedeutung. Während die Notwendigkeit, dass etwas ›sprechbar werden‹ kann, immer wieder Beachtung findet, erscheint uns der Aspekt des ›Fühlbar-Werdens‹ – gerade auch mit Blick auf (somatische) Sinnlichkeit – durchaus noch ausdifferenzierbar.

4. Mit wem würden Sie ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich mit Michel Foucault selbst, um unsere Ausdeutung dieser gesellschaftlichen Gegenräume in Bezug auf das Somatische mit ihm zu besprechen. Mit Didier Eribon würden wir ebenfalls gerne ins Gespräch eintreten, über Potenziale des Widerständigen und dessen fast unmerkliche Materialisierung in Lebensverläufen und verkörperter Geschichte(n). Aber auch feministische Denker_innen kommen uns sofort in den Sinn, die es wagten ungewöhnliche andere Räume der Erkenntnis aufzusuchen und zu kreieren!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Aus inter- und transdisziplinären Perspektiven werden Heterotopien als Orte verkörperter Praktiken (unter anderem) entlang von Körperpraktiken, medialen Räumen und Andersheit untersucht – mit Blick auf ihre Entstehungsbedingungen, (Macht-)Ordnungen und ihr Potenzial auch Orte widerständiger Praktiken zu sein.

Book title
Verkörperte Heterotopien Zur Materialität und [Un-]Ordnung ganz anderer Räume
Publisher
transcript Verlag
Pages
288
Features
kart.
ISBN
978-3-8376-3873-8
DOI
Commodity Group
1729
BIC-Code
JHB JFSJ JNA
BISAC-Code
SOC022000 SOC032000 EDU040000
THEMA-Code
JHB JBSF JNA
Release date
2017-12-19
Edition
1
Topics
Bildung, Geschlecht, Körper
Readership
Sociology, Sociology of the Body, Education, Pedagogy, Social Sciences and the Humanities, Gender Studies, Performance Studies, Social Work, Media and Cultural Studies
Keywords/Tags
Heterotopia, Soma Studies, Body, Education, Gender, Media, Gender Studies, Theory of Education, Queer Studies, Sociology

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