Entwicklung durch Migration?

Eine postkoloniale Dispositivanalyse am Beispiel Kamerun–Deutschland

Geld- und Wissenstransfers von Migrant_innen, die die Entwicklung in ihren Herkunftsländern fördern, stehen im Fokus der Debatte um »Migration und Entwicklung«. Vor dem Hintergrund der postkolonialen Beziehungen zwischen Kamerun und Deutschland beleuchtet Laura Stielike die komplexen Zusammenhänge von institutioneller Diskriminierung, migrantischem Diaspora-Engagement und der entwicklungspolitischen Nutzbarmachung von Migration. Dabei wird »Migration und Entwicklung« als ein Netz von Diskursen, Institutionen und Subjektivierungsweisen verstanden und mittels einer Dispositivanalyse untersucht. Die Studie stellt den internationalen Diskurs und die nationalen Politiken im Feld von Migration und Entwicklung nachhaltig in Frage.

€54.99 *

2017-10-11, 594 pages
ISBN: 978-3-8376-3980-3

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Laura Stielike

Laura Stielike, Universität Osnabrück, Deutschland

... mit Laura Stielike

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil mich die Widersprüchlichkeiten zwischen dem so positiv aufgeladenen Diskurs um Migration und Entwicklung über die Potenziale von Migrant*innen einerseits und den täglichen Diskriminierungserfahrungen von Migrant*innen in Deutschland andererseits interessiert haben. Ich wollte herausfinden, wie diese gegensätzlichen Perspektiven auf Migration nebeneinander bestehen können oder ob sie sich vielleicht sogar gegenseitig bedingen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch nimmt mit Hilfe des dispositivanalytischen Ansatzes ganz unterschiedliche Gegenstandsbereiche gemeinsam in den Blick: internationale Diskurse, nationale Institutionen und die Subjektivierungsweisen kamerunischer Migrant*innen in Berlin. So lässt sich z.B. zeigen, dass die von der internationalen Politik gefeierte Rückkehr als Unternehmer*in ins Herkunftsland für kamerunische Migrant*innen in Berlin eine bloße Notlösung ist angesichts schlechter Jobchancen für Rückkehrer*innen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit dem ›Sommer der Migration‹ fokussiert die gesellschaftliche, aber auch die wissenschaftliche Debatte stark auf Fragen der Integration. Hier wird Migrant*innen meist ein Defizit unterstellt. Es ist Zeit wieder mehr auf ihre Potenziale als transnationale Akteure des gesellschaftlichen Wandels zu schauen, ohne jedoch die schwierigen Rahmenbedingungen aus dem Blick zu verlieren, innerhalb derer sie agieren. Mein Buch thematisiert dieses Spannungsverhältnis.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sehr gern mit Politiker*innen, die Einfluss auf die deutsche und europäische Migrationspolitik nehmen. Dann natürlich mit anderen Migrationsforscher*innen. Außerdem mit Menschen, die sich in Diaspora-Organisationen ehrenamtlich entwicklungspolitisch engagieren und schließlich mit Mitarbeiter*innen von Entwicklungsorganisationen, die versuchen Migration und Entwicklung zusammen zu denken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der entwicklungspolitische Trend, die Potenziale von Migrant*innen zu nutzen, (re)produziert postkoloniale Diskurse und Praktiken des Ausschlusses.

Author(s)
Laura Stielike
Book title
Entwicklung durch Migration? Eine postkoloniale Dispositivanalyse am Beispiel Kamerun–Deutschland
Publisher
transcript Verlag
Pages
594
Features
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-3980-3
DOI
Commodity Group
1729
BIC-Code
JFFN JPQB GTF
BISAC-Code
SOC007000 POL028000 SOC042000
THEMA-Code
JBFH JPQB GTP
Release date
2017-10-11
Edition
1
Topics
Postkolonialismus, Wirtschaft, Migration, Politik
Readership
Migration studies, development research, political science, sociology, ethnology, geography, cultural studies as well as practitioners working in development cooperation
Keywords/Tags
Migration, Development, Diaspora, Cameroon, Dispositif, Postcolonialism, Politics, Migration Policy, Sociology of Development, Political Science, Sociology

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