Spatial Turn

Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften

Warum reden alle vom Raum? Ist die Zeit der wissenschaftlichen Vorherrschaft der Zeit vorüber? Was tritt unter den Bedingungen der Globalisierung an die Stelle eines schwächelnden Fortschritts- und Entwicklungsparadigmas? Wenn mittlerweile fast alle Disziplinen in den Kultur- und Sozialwissenschaften damit beschäftigt sind, ihre Diskurse zu »verräumlichen«, ist dann die Rede von einem »Spatial Turn« angemessen?

Diese Anthologie leistet zweierlei: Zum ersten Mal erscheint auf dem deutschen Buchmarkt eine fächerübergreifende Anthologie zum Spatial Turn und zum ersten Mal findet eine Diskussion auch unter Beteiligung der Geographen statt – jenen »Raumspezialisten«, die sich in jüngster Zeit als scharfe Kritiker der fächerübergreifenden Raumkonjunktur profiliert haben.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung: Was lesen wir im Raume? Der Spatial Turn und das geheime Wissen der Geographen

    Seiten 7 - 46
  4. Die Karte als Operations- und Imaginationsmatrix. Zur Geschichte eines Raummediums

    Seiten 49 - 70
  5. Bildwissenschaft. Spatial Turns in vier Einstellungen

    Seiten 71 - 74
  6. "Trägheit des Raums". Fernand Braudel und die Spatial Stories der Geschichtswissenschaft

    Seiten 75 - 102
  7. Der Spatial Turn und das Interesse an der Globalisierung in der Geschichtswissenschaft

    Seiten 103 - 124
  8. "Bringing space back in" - Zur Relevanz des Raums als soziologischer Kategorie

    Seiten 125 - 148
  9. Kontrolle und Organisation des Raums durch Funktionssysteme der Weltgesellschaft

    Seiten 149 - 164
  10. Die Geo-Semantik der Netzwerkgesellschaft

    Seiten 165 - 184
  11. Cybernetic Localism: Space, Reloaded

    Seiten 185 - 218
  12. Spatial Turn - Topographical Turn - Topological Turn. Über die Unterschiede zwischen Raumparadigmen

    Seiten 219 - 238
  13. Vom "Zeitgeist" zum "Raumgeist". New Twists on the Spatial Turn

    Seiten 241 - 262
  14. Der Spatial Turn, von der Geographie her beobachtet

    Seiten 263 - 316
  15. Eine selbst erzeugte Überraschung: Zur Renaissance von Raum als Selbstbeschreibungsformel der Gesellschaft

    Seiten 317 - 340
  16. Raumbilder der Gesellschaft. Zur Räumlichkeit des Sozialen in der Systemtheorie

    Seiten 341 - 364
  17. Körper, Raum und mediale Repräsentation

    Seiten 365 - 392
  18. Raum

    Seiten 393 - 408
  19. Zeit: Raum

    Seiten 409 - 438
  20. Sach- und Personenregister

    Seiten 439 - 452
  21. Autorinnen und Autoren

    Seiten 453 - 456
  22. Backmatter

    Seiten 457 - 460
Mehr
€29.80 *

2008-03-27, 460 pages
ISBN: 978-3-89942-683-0

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1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Seit knapp 20 Jahren geistert das Wort vom ›spatial turn‹ durch kultur- und sozialwissenschaftliche Debatten. Unser Buch ist auch im internationalen Forschungskontext das erste, das die verschiedenen fachspezifischen Perspektiven auf die ›räumliche Wende‹ systematisch versammelt: Positionen aus Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Geschichte, Soziologie, Medienwissenschaft, Philosophie sowie der Humangeographie. Dabei kommen Befürworter wie Kritiker des »spatial turn« gleichermaßen zu Wort.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es ist mitnichten so eindeutig, dass die Befürworter des »spatial turn« in den Kultur- und Sozialwissenschaften zu finden wären, seine Kritiker in der Humangeographie. Auch innerhalb der internationalen Humangeographie wird um Sinn und Unsinn einer grundbegrifflichen Fundierung von »Raum« und seiner Bedeutung für kulturelle Artefakte und soziale Prozesse erbittert gestritten. Es kann die Geographie nicht kalt lassen, wenn so viele Disziplinen aus Kultur- und Sozialwissenschaft in ihrem Territorium »wildern«.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Frage, ob es einen ›spatial turn‹ gibt, ist keine ausschließlich wissenssoziologische oder paradigmengeschichtliche: sie ist im Umkreis unserer Erfahrungen mit der Globalisierung angesiedelt. Zum einen könnte eine kategoriale Priorisierung des Raumes gegenüber der Zeit ein Ausdruck dafür sein, dass wir Konstellationen eines räumlichen Nebeneinander nicht mehr so leicht auf einer zeitlichen »Entwicklungsachse« beschreiben können. Deren Pole ›fortschrittlich‹ oder ›rückständig‹ sind in Frage gestellt. Zum anderen spricht die ›räumliche Wende‹ in so vielen Disziplinen für das vorläufige Ende eines allzu luftigen Konstruktivismus. ›Doch hart im Raum stoßen sich die Sachen‹: Fächerübergreifend zu beobachten ist die Rückkehr eines moderaten geographischen Materialismus – sehr zum Ärger vieler Geographen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch vertritt keine Position, sondern es bildet einen weitläufigen, lebendigen Diskussionszusammenhang ab.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Lob und Tadel der ›räumlichen Wende‹.

Author(s)
Jörg Döring / Tristan Thielmann (Hg.)
Book title
Spatial Turn Das Raumparadigma in den Kultur- und Sozialwissenschaften
Publisher
transcript Verlag
Pages
460
Features
kart.
ISBN
978-3-89942-683-0
DOI
Commodity Group
1725
BIC-Code
JHB RGC JHBA JFC
BISAC-Code
SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
JHB RGC JHBA JB
Release date
2008-03-27
Edition
2., unveränderte Auflage 2009
Topics
Gesellschaft, Kultur, Raum
Readership
Soziologie, Geschichtswissenschaft, Geographie, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Bildwissenschaft, Philosophie
Keywords/Tags
Space, Media, Culture, Geography, Society, Sociological Theory, Cultural Studies, Sociology

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