Frauenbewegung im Wandel der Generationen

Eine Studie über Geschlechterkonstruktionen in biographischen Erzählungen

Wie hat die Neue Frauenbewegung Einfluss auf den Wandel von Geschlechterkonstruktionen genommen? Insbesondere im Vergleich älterer und jüngerer Frauengenerationen sind die Veränderungen unübersehbar. Diese empirische Studie rekonstruiert eklatante Umbrüche in Frauenbiographien über je drei Familiengenerationen hinweg. Die Impulse der Frauenbewegung erweisen sich dabei als Bezugspunkte individueller Biographiekonstruktionen und intergenerationaler Interaktionen – nahezu unabhängig von der Nähe oder Distanz der Beteiligten zur Bewegung. Allerdings folgt die individuelle Bezugnahme häufig eigenen Logiken, die mit den Intentionen der Frauenbewegung wenig gemein haben.

€36.80 *

2008-04-27, 492 pages
ISBN: 978-3-89942-845-2

Ready to ship today
Delivery time 3-5 workdays within Germany

Prices incl. VAT. Free delivery within Germany, for other destinations see details.

Bulk discount

Recommend it

Christine Thon

Christine Thon, Europa-Universität Flensburg, Deutschland

... mit Christine Thon

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Diskussionen über die Frauenbewegung haben sich lange mit der Frage aufgehalten, ob die Bewegung tot ist oder ob Totgesagte länger leben. Aktuell bejubeln manche einen (in Wirklichkeit gar nicht so neuen) privatisierten Einzelkämpferinnenfeminismus bei der jungen Generation. Dieser scheint aber nicht ohne eine pauschalisierende und oft bedauernswert uninformierte Distanznahme zur ›alten‹ Frauenbewegung auszukommen. Meine Studie kann zeigen, dass das Engführungen sind, ›die die Welt nicht braucht‹.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Frauenbewegung wird häufig als eine Art Initialzündung für einen ansonsten selbstläufigen Wandel von Geschlechterverhältnissen gesehen. Wie Veränderungen konkret zustande kommen, bleibt dabei offen. Meine Untersuchung rekonstruiert anhand von familial verknüpften Biographien aus drei Generationen, wie Frauen mit sehr unterschiedlichen Bezügen zur Frauenbewegung auf eigensinnige, widersprüchliche, pragmatische, manchmal auch programmatische Weise zu Trägerinnen von Wandlungsprozessen werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Generationenperspektive wird aktuell in mehreren Disziplinen als eine Möglichkeit entdeckt, nicht nur Generationstypologien zu formulieren oder Brüche zu diagnostizieren, sondern Tradierungs- und Transformationsprozesse sozialer Realitäten zu lokalisieren. Diese Idee setzt meine Studie um. An aktuelle Debatten der Genderforschung um einen nicht-reifizierenden Umgang mit der Kategorie Geschlecht schließt sie u. a. an, indem sie Geschlecht konsequent als eine biographische Konstruktion auffasst.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die ich dafür nicht interviewen konnte. Noch mehr würde ich mir aber wünschen, dass mein Buch Frauen mit unterschiedlichen generationalen Hintergründen und geschlechterpolitischen Perspektiven miteinander ins Gespräch bringt. Jenseits von Zuschreibungen wie ›unsere/die andere Generation‹, ›frauenbewegt/nicht frauenbewegt‹, ›politisch/unpolitisch‹, die das Buch ja zu vermeiden versucht, gelingt es vielleicht eher, zunächst einmal zu erzählen und zuzuhören. Das geschieht m. E. zu selten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Im Blick auf den Zusammenhang von Frauenbewegung und intergenerationalem Wandel in Frauenbiographien stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Persönlichem und Politischem neu.

Author(s)
Christine Thon
Book title
Frauenbewegung im Wandel der Generationen Eine Studie über Geschlechterkonstruktionen in biographischen Erzählungen
Publisher
transcript Verlag
Pages
492
Features
kart.
ISBN
978-3-89942-845-2
DOI
Commodity Group
1726
BIC-Code
JFSJ
BISAC-Code
SOC032000
THEMA-Code
JBSF
Release date
2008-04-27
Edition
1
Topics
Zivilgesellschaft, Geschlecht
Readership
Erziehungswissenschaft, Soziologie, Gender Studies
Keywords/Tags
Gender, Civil Society, Gender Studies, Social Movements, Sociology

We use cookies to enable the use of certain functions on this website.

Privacy statement