Das Militär und seine Subjekte

Zur Soziologie des Krieges

Waffen allein entscheiden nicht über die Schlagkraft einer Armee. Entscheidend ist auch, wie die Kriegführung die Subjektivität der Soldaten berücksichtigt. In der vorliegenden Studie zeigt sich diese als ein historisch variables, aber nicht frei konstruierbares Phänomen. Ausgehend von dem Faktum, dass Soldaten im Krieg die Versehrtheit ihres Leibes riskieren, der sich nicht beliebig verändern lässt, wird ihre Subjektivität zwischen aktivem Handeln und passivem Erleiden beleuchtet.

Das Buch analysiert die Paradoxien, die sich aus Funktionserweiterungen des soldatischen Handelns bei Auslandseinsätzen ergeben, sowie die Versuche der avancierten Militärmächte, die Subjektivität durch den Einsatz modernster Technik zu nutzen.

€32.80 *

2008-02-27, 378 pages
ISBN: 978-3-89942-852-0

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Jens Warburg

Jens Warburg, Deutschland

... mit Jens Warburg

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch wendet sich einer Thematik zu, die in der Soziologie sträflich vernachlässigt wird. So spielen das Militär – und noch mehr der Krieg – in den allermeisten Entwürfen von Gesellschaft keine oder nur eine randständige Rolle. Dadurch geraten die soziale Fundierung des Militärs und der Kriege und ihre gravierenden Folgen aus dem Blickfeld. Im Buch wird ein anderer Weg beschritten, weil die unmittelbaren Akteure des Krieges, die Soldaten, im Zentrum der Arbeit stehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Indem Soldaten als Subjekte im Krieg betrachtet und im Hinblick auf ihr Handeln im Krieg untersucht werden, nimmt die Untersuchung einen ungewöhnlichen Blickwinkel ein. Es ist keine Selbstverständlichkeit, Soldaten als Subjekte zu bezeichnen. Besonders in den Politikwissenschaften gelten sie vorwiegend als Objekte, genauer gesagt als Instrumente der Herrschaftsausübung. Die Bedeutung soldatischer Subjektivität in der modernen Kriegsführung wird dadurch unterschätzt. Verkannt wird obendrein, dass gerade ihre Subjektivität eine Quelle für Friktionen im Krieg bilden kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Durch die Untersuchung wird die Aufmerksamkeit auf eine meist unterschätzte 'Nebenfolge' einer militarisierten Außenpolitik gelenkt. Sie schärft den Blick für die sozialpolitischen Folgen, die auch von Militäreinsätzen ausgehen, die in weit entfernten Regionen durchgeführt werden. Unter anderen wird damit ein Aspekt in den gegenwärtigen Debatten zur Zivilgesellschaft ausgeleuchtet, der die Frage betrifft, ob und wie sich die Normen und Werte in der Gesellschaft durch die permanenten Kriegseinsätze im Ausland verändern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Obwohl das Buch sozialwissenschaftlich ausgerichtet ist, ist es nicht nur für Sozialwissenschaftler interessant. Da es Themen behandelt, die als politisch gelten und sich auch mit ihrer sozialhistorischen Genese auseinandersetzt, ist es im Grunde interdisziplinär angelegt. Spannend finde ich deshalb eine Debatte an der sich Soziologen wie Trutz von Trotha, Historiker wie Benjamin Ziemann, und Philosophen wie Bernhard Waldenfels, beteiligen. Und wenn dann noch politisch Verantwortliche diskutieren wollen...

5. Ihr Buch in einem Satz:

Im Buch werden Soldaten als Subjekte behandelt, die als unmittelbare Akteure zwar über enorme Gewaltmittel verfügen, aber stets verletzungsoffen sind.

Author(s)
Jens Warburg
Book title
Das Militär und seine Subjekte Zur Soziologie des Krieges
Publisher
transcript Verlag
Pages
378
Features
kart.
ISBN
978-3-89942-852-0
DOI
Commodity Group
1728
BIC-Code
JHB GTJ
BISAC-Code
POL010000 SOC026000 POL034000
THEMA-Code
JHB GTU
Release date
2008-02-27
Edition
1
Topics
Gesellschaft, Gewalt
Readership
Soziologie, Philosophie, Geschichte
Keywords/Tags
Violence, Society, Political Sociology, Conflict Studies, Political Science, Sociology

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