Die Behauptung des Dandys

Eine Archäologie

Was ist ein Dandy? Während die klassischen l'homme et l'œuvre-Ansätze die Figur des Dandys als Amalgam von Autorintention, Werk und Leben sehen, wird hier der Versuch unternommen, den Dandy mit aktuellen Methoden der kulturwissenschaftlich informierten Literaturwissenschaft zu analysieren. Die dezidiert archäologisch-diskurstheoretische Perspektive des Bandes setzt sich kritisch mit dem New Historicism sowie den Ansätzen von Michel Foucault und Jürgen Link auseinander, um Konzept und Theorie der »Behauptung« zu erarbeiten. Dadurch wird eine alternative Betrachtungsweise kanonisierter und nicht-kanonisierter Texte ermöglicht, welche u.a. eine Neubewertung des Genres der Anekdote impliziert. Dies führt zu einem überraschenden Bild des Dandys, das neue Impulse für die Forschung anzuregen vermag.

€34.80 *

2008-03-27, 356 pages
ISBN: 978-3-89942-913-8

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Fernand Hörner

Fernand Hörner, Hochschule Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

... mit Fernand Hörner

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Der Dandy ist eine omnipräsente Figur, die jeder zu kennen meint und jeder anders auffasst. Der Dandy ist nicht nur die Erscheinung der ›Moderne‹ im Sinne Baudelaires, sondern wird auch heute noch unter unterschiedlichsten Vorzeichen als moderne Figur konzipiert. Gleichzeitig wohnt ihm der Zauber des unwiderbringlich Vergangenen bei. Diese Arbeit fragt nach den Mechanismen und Ästhetiken dieser Inszenierungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neben kanonischen Werken werden auch nicht-kanonische und weitgehend unbekannte Texte, Fotografien, Karikaturen und Gemälde analysiert. Diese Untersuchung ist dabei die erste, die eine erschöpfende Erfassung und eine umfassende Analyse dieser Dokumente vornimmt. Themenübergreifend könnte der eigens für diese Untersuchung entwickelte Begriff der Behauptung einen neuen methodischen Ansatz liefern, der sich zwischen Diskursanalyse, New Historicism und Literatursoziologie ansiedeln lässt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Während sich die Forschungsliteratur zum Dandy ausschließlich auf einzelne Autoren konzentriert, deren Werk sie, zumeist nach der Methodik des L'Homme et l'Oevre und tendenziell essentialistisch als Ausdruck des Dandyismus rezipiert, stellt diese Untersuchung nicht einzelne Autoren in das Zentrum, sondern fragt nach übergreifenden Konstruktionsschemata. So werden neben Werken kanonisierter Dandy-Autoren auch unbekannte Texte, Anekdotensammlungen, Reiseberichte, Zeitschriftenbeiträge etc. gleichberechtigt betrachtet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Michel Foucault, Stephen Greenblatt und allen anderen Dandys.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Diese Archäologie analysiert mithilfe des Konzepts der Behauptung die Widersprüche, mit denen der Dandy als Figur der Moderne etabliert wird.

Author(s)
Fernand Hörner
Book title
Die Behauptung des Dandys Eine Archäologie
Publisher
transcript Verlag
Pages
356
Features
kart.
ISBN
978-3-89942-913-8
DOI
Commodity Group
1564
BIC-Code
DSB JFC
BISAC-Code
LIT004120 SOC022000
THEMA-Code
DSB JBCC
Release date
2008-03-27
Edition
1
Topics
Kultur, Literatur
Readership
Kultur- und Literaturwissenschaft, Anglistik, Romanistik, Komparatistik, Literatursoziologie
Keywords/Tags
Literature, Culture, British Studies, Cultural Studies, General Literature Studies, Literary Studies

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