transcript Open Library Politikwissenschaft FAQ

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Was genau bedeutet »Open Library«?

Über das Funding im Rahmen des Projekts wird die Bereitstellung der Neuerscheinungen ermöglicht: Die elektronischen Ausgaben der Publikationen unseres Programmbereichs Politikwissenschaft erscheinen – gleichzeitig mit der gedruckten Ausgabe – im Open Access Gold als PDF-Format. Die elektronische Ausgabe bildet die veröffentlichte Druckausgabe 1:1 ab und wird von uns über die üblichen Distributionswege verbreitet. Dadurch ist sie für Sie u.a. über die Verlagswebsite, die Plattformen De Gruyter Online, content-select und JSTOR sowie die OAPEN Library verfügbar. Dort finden Sie bereits jetzt die von uns bereitgestellte Backlist des Programmbereichs. Die Auffindbarkeit der E-Books wird u.a. durch die Volltextindexierung im DOAB gewährleistet, die Dateien werden bei Portico langzeitarchiviert.

Die Meldung der neu erscheinenden Titel 2019 an den Handel erfolgt ohne Ausnahme als kostenloses Produkt. Eine doppelte Berechnung wird dadurch ausgeschlossen, da der verbindliche »Ladenpreis« in allen Vertriebskanälen 0,00 EUR beträgt.

 
 
Welche Einnahmen entgehen durch die Open-Access-Bereitstellung und müssen von den Teilnehmern kompensiert werden?

Seit Ende 2013 erscheinen alle unsere Neuerscheinungen gleichzeitig gedruckt und als E-Book. Seither haben wir einen stabilen Anstieg an E-Book-Verkäufen (und -nutzung), erfahren aber auch einen Rückgang der Print-Verkäufe. Insgesamt verteilt sich der Verkaufserlös mittlerweile zu ca. 78 % auf Print-Verkäufe und zu ca. 22 % auf E-Book-Verkäufe (Tendenz steigend). Die Kalkulation eines neuen Buchs bezieht die erwarteten Einnahmen aus den E-Book-Verkäufen im selben Maß ein.

Bei einer Open-Access-Publikation fehlen zum einen Einnahmen aus dem E-Book-Verkauf, zum anderen können wir aus der Erfahrung mit unseren bisher mehr als 600 verfügbaren Open-Access-Publikationen sagen, dass auch die Verkäufe der Printausgabe zurückgehen. Die – im Vergleich zu verschiedenen Studien und Pilotprojekten – große Menge an verfügbaren Publikationen zur Datenauswertung erlaubt diesen Rückschluss, der in den Ergebnissen von Auswertungen einzelner Projekte so noch nicht zu erkennen war.

Mit zunehmender Bedeutung elektronischer Werke ist außerdem zu erwarten, dass die Einnahmen aus E-Book-Verkäufen in Zukunft einen noch höheren Anteil an den Gesamterlösen haben werden. Die lange Lebensdauer von wissenschaftlichen Werken in den Geistes- und Sozialwissenschaften macht es erforderlich, dass wir auch diese Entwicklung in unserer Kalkulation berücksichtigen.

Durch die Veröffentlichung unter einer Creative-Commons-Lizenz ist es zudem nicht mehr möglich, Einnahmen aus der Verwertung von Nebenrechten zu generieren, da die Nebenrechte (ganz oder teilweise) freigegeben werden statt, wie traditionell üblich, an den Verlag abgetreten werden. Auch wenn Einnahmen aus Lizenzvergaben nur einen kleinen Teil der Erlöse ausmachen, entgehen so auch über mehrere Jahre noch Einnahmen aus Lizenzierungen von u.a. Wiederabdrucken in Sammelwerken, Sonderdrucken, Übersetzungen etc., die bei einer traditionellen Publikation in den Kostendeckungsbetrag einkalkuliert werden.

 
 
Wieso bleibt der Autor_innenzuschuss bestehen?

Die Frontlist des Politik-Programms wurde mit Autor_innenzuschuss geplant, weil der aus dem Crowdfunding zu erzielende Betrag nicht die gesamten mit dem Projekt verbundenen Kosten abdeckt. Darüber hinaus ging es uns darum, bei einem Scheitern des Pilotprojektes ein Erscheinen aller Bücher sicherzustellen: Auch wenn es keine Finanzierung über »Co-Publisher« geben sollte, können die geplanten Werke veröffentlicht werden, dann aber mit kostenpflichtiger E-Book-Ausgabe, deren Verkaufserlös zur finanziellen Deckung der Aufwände beiträgt.

Es ist perspektivisch geplant, die Finanzierung komplett über das Crowdfunding abzudecken: Je höher die Zahl der Funder, desto niedriger die Kosten für alle Stakeholder, auch für die Autor_innen.

 
 
Wie setzen sich die Publikationskosten zusammen, die von den Teilnehmern mitgetragen werden sollen?

Unsere Aufwandsberechnung setzt sich aus den Verlagsgemeinkosten (wie z.B. Personalkosten, Miete/Raumkosten, Honorare, EDV) und titelspezifischen Herstellungskosten (u. a. Satz, Layout, Autorenbetreuung, Werbung) zusammen. Diese Aufwände werden üblicherweise aus einem Autor_innenzuschuss und den erwarteten Einnahmen aus Buchverkäufen (E-Book und gedruckte Ausgabe) finanziert. Bei einer kostenlosen E-Book-Ausgabe (Open Access) fallen die Einnahmen aus der digitalen Ausgabe weg (s.o.). Durch die Rechtefreigabe im Rahmen der Creative-Commons-Lizenz entfällt zudem die Nebenrechteverwertung. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die professionelle Verbreitung der Open-Access-Version auch in einem Rückgang der Verkaufsmenge der gedruckten Ausgabe niederschlägt. Diese Erfahrung bestätigt sich aktuell auch in der Entwicklung der Politik-Backlist, d.h. bei den 170 bereits veröffentlichten Büchern, die wir als Initialinvestition für unsere Open Library Politikwissenschaft nachträglich im Open Access bereitgestellt haben. Die höheren Kosten für Open-Access-Publikationen entstehen also durch fehlende Verkaufseinnahmen sowie Zusatzaufwände, die in direktem Zusammenhang mit der Open-Access-Version stehen (z.B. Kosten für zusätzliche Distributionswege wie Gebühren für spezielle Open-Access-Plattformen oder zusätzlichen Beratungsaufwand zu (lizenz-)rechtlichen Fragen unserer Autor_innen).

 
 
Soll das Projekt weitergeführt und/oder auf andere Bereiche ausgedehnt werden?

Die Fortführung oder Weiterentwicklung des Projekts hängt entscheidend von der Teilnehmerzahl am Pilotprojekt ab. Bei einer hohen Akzeptanz, d.h. zahlreichen Teilnehmern, planen wir zunächst die Fortführung des Modells für die Politikwissenschaft – im Sinne der Planungssicherheit idealerweise für einen längeren Zeitraum als einem Jahr und mit Kostendeckung der im Pilot noch notwendigen Autor_innenzuschüsse.

Der Fachinformationsdienst Politikwissenschaft (pollux) hat mit seinem Engagement und seiner Unterstützung entscheidend zum Gelingen der Open Library Politikwissenschaft beigetragen. Sollten sich ein gleich starker Förderer – oder eine ausreichend große Teilnehmermenge – auch für andere Sparten finden, wäre eine Übertragung des konsortialen Geschäftsmodells auf weitere Programmbereiche möglich. Unsere Entscheidung, das Modell zunächst am Programmbereich Politikwissenschaft zu testen, hängt nicht zuletzt mit der relativ kleinen Menge an Novitäten in diesem Bereich und den dadurch überschaubaren Gesamtkosten zusammen. Dasselbe Modell für einen umfangreicheren Fachbereich hätte – entsprechend der Anzahl an Neuerscheinungen – auch Auswirkungen auf die Gesamtkosten. Ob eine Finanzierung höherer Gesamtkosten möglich scheint, hängt mit der Anzahl der Teilnehmer zusammen, die wir für unser Pilotprojekt gewinnen können.

Auch andere kleine und mittelständische Verlage beschäftigen sich intensiv mit möglichen Open-Access-Geschäftsmodellen. Wir sind im Gespräch mit Verlagskollegen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, die die Entwicklung unseres Pilotprojekts verfolgen oder schon jetzt Pläne für die Open-Access-Bereitstellung im selben Geschäftsmodell für eigene Fachbereichspakete entwickelt haben. Auch ein verlagsübergreifendes Paket steht zur Diskussion.

 
 
Warum sollte ich teilnehmen, wenn die Open-Access-Bereitstellung nach Erreichen des Mindestquorum gesichert ist?

Um die Kosten zu deckeln und den Teilnehmern Planungssicherheit zu verschaffen, haben wir für das Gelingen des Projekts eine Mindestteilnehmerzahl von 20 Einrichtungen festgelegt. Bei dieser Teilnehmermenge sind die Open-Access-Kosten um ein Vielfaches günstiger als die E-Book-Processing-Charges (BPC) für einzelne Titel. Die Gebühren entsprechen in etwa den Kosten, die auch für den Lizenzerwerb eines E-Book-Fachbereichpakets anfallen können. Der Gegenwert ist dabei jedoch nicht der Erwerb einer Campuslizenz mit den bekannten Begrenzungen der Nutzungsmöglichkeiten, sondern die Open-Access-Bereitstellung einer Frontlist. Durch Ihre Teilnahme wird es möglich, dass die Vorteile von Open Access – für einen relativ geringen Betrag für den Einzelnen – allen Mitgliedern des Wissenschaftsbetriebs zugute kommen. Die aktive Teilnahme an diesem kooperativen Publikationsmodell und das Ermöglichen der Open-Access-Bereitstellung der Politik-Frontlist unterstützt das Entstehen einer neuen und nachhaltigen Publikationskultur, in der professionelles Open Access für alle Wissenschaftsakteure wirtschaftlich tragbar wird und die eine großflächige OA-Transformation auch für Monografien erlaubt. Nur mit einer hohen Akzeptanz kann das Kooperationsmodell zukunftsfähig für weitere Fachbereiche und Verlage werden.

Preisstufen der Open Library Politikwissenschaft 2019

 (Netto-Beträge, ohne MwSt.)  Je Titel  (Netto-Beträge, ohne MwSt.) 
Beteiligung FID Politikwissenschaft i. H. v. 50 %    
20 Einrichtungen 115,00 € 2.300,00 €
30 Einrichtungen 76,67 € 1.533,33 €
40 Einrichtungen 57,50 € 1.150,00 €
60 Einrichtungen 38,33 € 766,67 €
 
 
 
Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten pro Buch und Teilnehmer nach Abschluss des Finanzierungszeitraums?

Nach Abschluss der Finanzierungsphase Ende November 2018 steht fest: Die Community der transcript Open Library Politikwissenschaft 2019 besteht aus 46 Teilnehmern (Fachinformationsdienst Politikwissenschaft (Pollux), 43 full pledges sowie zwei Beteiligungen im Rahmen des „Sponsoring Light“). Die Open-Access-Kosten pro Titel betragen damit nur noch 104,55 € – wobei die Hälfte der Kosten durch den FID getragen wird. Die Mitglieder der Open Library Community bezahlen als Vollzahler 52,27 € pro Buch, im Sponsoring Light sogar nur noch 26,14 € pro Buch – ein Freistellungsbetrag für Open Access, der noch unter unseren durchschnittlichen Ladenpreisen liegt.

 OA-Fördercommunity 
 Teilnehmer 

 Gesamtpaket 

 Pro Buch 

 
 Mit FID-Beteiligung 
 Gesamtpaket 
 
 Pro Buch 
43 full pledges 2.090,91 € 104,55 €   1.045,45 € 52,27 €
2 Sponsoring Light 1.045,45 € 52,27 €   522,73 € 26,14 €
 
 
 

Wie funktioniert die Teilnahme?

Der Finanzierungszeitraum für die Open Library Politikwissenschaft 2019 ist abgeschlossen. Wir halten alle Teilnehmer und Interessenten über die Weiterentwicklung und Neuauflagen des Projektes auf dem Laufenden. Als angemeldeter Nutzer bei Knowledge Unlatched (Registrierung auf app.knowledgeunlatched.org) können Sie ebenfalls fortlaufend weitere Informationen zum Projekt beziehen und Metadaten einsehen.

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